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Endzeitprophezeiungen bis 2025 (Lorber, Dudde | SeherInnen)

Vorsorge-Tipps

Problematik genauer Zeitangaben bei Vorhersagen; Rolle der Willensfreiheit

Mitteilungen Jesu Christi durch Prophet Jakob Lorber


Inhaltsübersicht:


Schädlichkeit des Glaubens an Schicksalsvorherbestimmung; wer das Schicksal gestaltet

(jl.ev07.052,01)(Jesus:) »Denket euch aber nicht, daß das (Vorhergesagte) etwas Derartiges sei, das die gewissen blinden Weltweisen 'Bestimmung' nennen, als habe Gott schon für jeden Menschen bestimmt, was er in seinem kurzen oder längeren Leben zu gewärtigen hat! Etwas Derartiges zu denken und zu glauben kann der Seele den Tod bringen, weil das eine Lehre ist, die eine heimliche Ausgeburt der Hölle ist und zu den wahren Lebensprinzipien aus Gott für die Menschen gerade das schroffste Gegenteil darstellt. Die Bestimmung machen sich die Menschen selbst durch die Verkehrtheit ihres freien Willens und dadurch, daß sie nicht erwecken wollen alle die sieben Lebensgeister (Liebe, Weisheit, Wille, Ordnung, Ernst, Geduld, Barmherzigkeit) in sich, wodurch sie auch nicht zu der wahren Anschauung ihres innern, wahren und unvergänglichen Lebensschatzes kommen. Dadurch kommen sie auf Abwege und wollen dann auch im Lichte der Welt das wahre, innere Licht des Lebens aufsuchen und frohen Mutes nach demselben wandeln und handeln.«

Warum präzise Vorhersagen unmöglich und nachteilig sind; Ausnahmen

(jl.ev08.099,06) »Es ist aber für den Menschen eben nicht gut, so er zu viel voraus weiß, was in der Zukunft als bestimmt geschehen wird; denn das würde die Menschen entweder zur Verzweiflung bringen oder sie am Ende ganz lau und untätig machen.
(jl.ev08.099,07) Und auf dieser Erde, auf der die Gotteskinder erzogen werden, geht es mit dem Weissagen über die Zukunft auch unmöglich mit einer solchen Bestimmtheit, wie das auf irgendeinem andern Weltkörper der Fall sein kann; denn bei der vollen Freiheit des Willens der Menschen dieser Erde kommt es ja zuallernächst darauf an, was die Menschen selbst wollen, und wie sie nach ihrem Erkennen und Willen handeln.
(jl.ev08.099,08) Wenn Ich nun sagete: "Du magst nun erkennen, wollen und handeln, wie du willst, so wird als ganz bestimmt doch nur das geschehen, was Ich da will und dir verkünde!", ja, wenn es also wäre, da wäre Ich wahrlich ganz zwecklos zu euch Menschen von den Himmeln herabgekommen, und alle Meine Lehre an euch wäre eitel!
(jl.ev08.099,09) Ja, Ich sage noch mehr: Wenn in der sittlichen und staatlichen Hinsicht nur das geschehen müßte, was Ich euch verkünde, und zwar unabänderlich, so hättet ihr Menschen keine höhere Bestimmung als die Tiere; und wozu hättet ihr dann eure Vernunft, euren Verstand und eure Liebe und aus ihr den vollkommen freien Willen? Ich kann euch nur dahin als ganz bestimmt zum voraus sagen, daß über euch dies oder jenes kommen wird, wenn ihr so oder so wollet und handelt; aber wenn Ich je einem Volke oder auch nur einem Menschen als ganz bestimmt zum voraus anzeigen würde, daß dies oder jenes als ganz bestimmt geschehen werde, so wäret ihr nicht bestimmt, Kinder Gottes zu werden, und Ich wäre in Meinem Geiste nicht euer Vater.
(jl.ev08.099,10) Gehet zurück auf alle Propheten, die zukünftige Dinge geweissagt haben, ob je einer etwas als unabweichbar Kommendes geweissagt hat! Ein jeder hat seine Weissagung nur stets unter gewissen Bedingungen aufgestellt, die sich stets auf die Besserung oder Verschlimmerung der Menschen bezogen. Nur Meine Fleischwerdung ist den Menschen als ganz bestimmt ohne ihr Willen und Handeln geweissagt worden zu ihrem Heile, darum sie auch pur Mein Werk ist; obschon sie aber das ist, so lasse Ich aber nun dennoch einen jeden, der es nur will, teilnehmen an diesem Meinem größten Werke.
(jl.ev08.099,11) Jonas mußte, von Meinem Geiste getrieben, zu den Niniviten gehen und ihnen ihren Untergang verkünden, so sie in ihrer Bosheit verharren würden. Er tat es ungern, da er als ein Prophet wohl wußte, daß Meine Vorausanzeigen stets auf Bedingungen gestellt sind. Das Volk von Ninive aber besserte sich, und das Tatsächliche Meiner Androhung blieb natürlich aus, was selbst den Jonas ärgerte.
(jl.ev08.099,12) (Ähnlich verhielt es sich) mit dem Propheten Jeremias, einem Sohne Hilkias, aus den Priestern zu Anathot im Lande Benjamin, den Ich berufen hatte zur Zeit Josias, des Sohnes Amons, Königs von Juda, in seinem dreizehnten Regierungsjahre, und so auch zur Zeit des Königs Jojakim, Josias Sohn, und bis ans Ende des elften Jahres Zedekias, auch eines Sohnes Josias, Königs von Juda, und bis aufs Gefängnis Jerusalems im fünften Monde. Ja, dieses Propheten Weissagung ist vielfach in Erfüllung gegangen, und die Gefangenschaft erfolgte, aber nicht deshalb, weil Ich es den damaligen Meiner ganz vergessen habenden Juden durch den genannten Propheten hatte voraus verkünden lassen, sondern weil die Juden sich nicht besserten, den Propheten nur verlachten und beschimpften und am Ende sogar verfolgten, daß er selbst unwillig ward und alles Geschriebene vertilgte, und Ich ihn dann von neuem alles wieder niederschreiben hieß und ließ.
(jl.ev08.099,13) Die Juden waren sonach selbst schuld, daß an ihnen zum größten Teile das zum leidigen Vollzug kam, was ihnen angezeigt wurde. Aber an vielen Juden, die sich wahrhaft gebessert hatten, ging der böse Teil der Weissagung des Jeremias nicht in Erfüllung, sondern nur der gute.
(jl.ev08.099,14) Und so zerfällt auch alles, was Ich euch geweissagt habe und noch weissagen werde, von selbst begreiflich notwendig in zwei Teile, und das entweder im Eintreffen des Schlimmen oder im Eintreffen des Guten; also wird auch die Zeit nie als fest angegeben, sondern sie richtet sich stets ganz nach dem Willen und Handeln der Menschen! Denn wie könnte Ich zu einem noch so entarteten Volke sagen: "Weil du so sehr arg geworden bist und nicht geachtet hast Meine ernsten Mahnungen an dich, so sollst du, von heute an gerechnet, mit Blitz und Donner und Pech und Schwefel vom Himmel in sieben Tagen von der Erde vertilgt werden!", - das Volk aber nähme sich das sehr zu Herzen, täte Buße in Sack und Asche und kehrte sich zu Mir?! Würde Ich bei einem solch bewandten Umstande auch noch am siebenten Tage Meine Androhung in Vollzug setzen, weil Ich Selbst sie verkündet habe? O nein, - sondern Ich werde Mich des in sich gegangenen Volkes erbarmen und werde es segnen und nicht züchtigen!«

In welche Maße Gott und Engel die Willensfreiheit respektieren

(jl.ev05.003,03) (Raphael:) »... Der Wille des Menschen (ist) derart frei, daß weder der Herr noch wir (Engel) je denselben durch ein Vorsehen und noch weniger durch ein Vorbereiten im allergeringsten zu stören uns in eine Tätigkeit versetzen...«
(jl.ev01.092,11) »... Gott (kann) der Willensfreiheit der Menschen wegen wohl alles wissen, was Er will; was Er aber nicht wissen will, damit der Mensch frei handle, das weiß Er dann auch nicht!...«
(jl.ev07.052,07) »... Gott (darf) beim Menschen in bezug auf seine innere, geistige Entwicklung mit Seiner Allmacht nicht leitend und lenkend einwirken, und das aus Seiner ewigen Ordnung heraus. Denn täte Gott das, so würde der Mensch in sich zur toten Maschine und könnte nie zu einer freiesten Lebensselbständigkeit gelangen.«
(jl.ev07.062,07) »... Die vollste und selbständigste Freiheit des Willens im Menschen ist der große Plan Gottes im Menschen. Der Mensch kann wohl ganz unschädlichermaßen von Gott belehrt werden, was er zu tun hat, um in sich des Lebens Vollendung zu erlangen; aber von Gott wie auch von einem andern Geiste darf er dazu nie mit einer Macht genötigt werden. Denn wird er das, so ist er gerichtet und somit für sich völlig tot und besteht als ein freies und selbständiges Wesen gar nicht mehr.
(jl.ev07.062,08) Und siehe nun, aus eben diesem Grunde werden von Mir aus gewisse von dir gewünschte Anschauungen und Erfahrungen im Reiche der reinen Geister so selten wie möglich zugelassen, und so solche schon dann und wann für einzelne Menschen, die dazu gleich den Propheten ausersehen sind, zugelassen werden, so müssen eben nur diese ausersehenen Menschen, die von oben her sind und schon auf einer anderen Welt die Leibeslebensprobe durchgemacht haben - solche Anschauungen und Erfahrungen über das Jenseits machen, weil ihnen solches nimmer schaden kann, aber auch den Nebenmenschen darum nicht, weil diese den Propheten nur glauben können, so sie wollen. Wollen sie aber nicht - was leider am allerhäufigsten der Fall ist -, so bleiben sie dennoch völlig frei in ihrem Denken und in der Selbstbestimmung ihres Handelns, und das frommt ihnen offenbar noch immer mehr als irgendeine äußere oder gar innere Nötigung zu einem Glauben.
(jl.ev07.062,09) Der Mensch wird zwar nur durch Gott und in Gott selig, aber nur insoweit, als er durch sein eigenes Wollen den Willen Gottes zu dem seinigen gemacht hat und in seinem Selbstbewußtsein gewisserart eins mit Gott geworden ist. Wenn aber Gott dem Menschen seinen freien Willen hinwegnähme und dafür durch Seine Allmacht Seinen eigenen Willen in des Menschen Herz setzte, so wäre der Mensch, wie schon gesagt, so gut wie für und in sich völlig tot, da nur der aufgedrungene allmächtige Wille Gottes den Menschen... belebt... Gott aber hat den Menschen erschaffen und hat ihn belebt und also eingerichtet, daß er sich nach und auch selbst entfalten kann und muß, und das ist so weise, daß der Mensch sich mit aller seiner Vernunft und allem seinem Verstande nichts noch Weiseres vorstellen kann...«

Warum keine präzisen prophetischen Zeitangaben möglich sind

(jl.him1.021,02) »Solche (auf Irrtum oder Aberglauben beruhende) Fragen ... sind die über Zeitbestimmungen nach Jahr, Tag und Stunde! - Denn seht, Ich bestimme nie eine Zeit zu etwas, sondern handle allezeit nach der Beschaffenheit der Umstände bei den Menschen, und zwar als Vater bei den Kindern und als Gott bei den (Welt)Menschen. Müßte ich denn nicht grausam sein, so Ich sagen würde: "Im nächsten Jahre werde Ich Mein Gericht über euch losbrechen lassen" - und täte es bestimmt, auch so ihr euch von Grund aus bessern würdet!? - Nun, urteilt selbst! - Und täte ich es nicht, wäre Ich dann nicht ein barer Lügner!? Und wie vertrüge sich das mit Meiner Liebe und Meiner Heiligkeit?
(jl.him1.021,03) Aus dieser wahren Ursache lasse ich alle prophetischen Zeitbestimmer und Zeitrechner anrennen und am Ende zuschanden werden. Und so werde also nicht Ich, sondern werden die Menschen durch ihr Tun die Zeit unbewußt bestimmen. Und Ich werde dann kommen wie ein Dieb, wann sie es am wenigsten gedenken werden.«

Warum das Einzel- oder Volksschicksal nicht festgelegt ist; sinnlose Frage nach Datum eines Kriegsausbruches

(jl.him2.295,01) (Jesus:) »Also fragte dein Freund und Bruder, was da wohl die Zukunft bringen werde? - Das ist freilich wohl eine sehr eitle Frage. Aber gleichwohl will Ich eine Antwort darauf geben. - Nun siehe, da ist sie schon:
(jl.him2.295,02) Die Zeit ist und bleibt 'Zeit', wie die Welt fortwährend 'Welt' bleibt. Wer da bessere Zeiten und eine bessere Welt erwartet, der irrt sich sehr in seiner irdisch frommen Erwartung! Denn die Welt war allezeit arg und wird es auch sein bis ans Ende aller Zeit.
(jl.him2.295,03) Daher kann auf der Welt für die Welt die Zeit nichts als nur Arges bringen! - Für den aber, der mit Mir ist und Ich mit Ihm, dem wird weder die Welt noch ihre lose Zeit etwas anhaben können - wie euch alle schon die tausendfache Erfahrung hinreichend belehrt hat.
(jl.him2.295,04) Es ist mit der Welt nahe also wie mit der Hölle. In ihr finden nur ihre Eigenen die Hölle, nicht aber auch Meine Engel, die zumeist sich daselbst befinden, um die argen Geister zu bessern oder zu strafen.
(jl.him2.295,05) Aus dem geht aber für den Geistesverständigen leicht hervor, daß der Gute auf der Welt allezeit nur Gutes, wie der Schlechte allezeit nur Schlechtes zu erwarten hat.
(jl.him2.295,06) Wer auf Meinen Wegen wandelt, der wird mit seinen Füßen an keinen Stein stoßen; will aber jemand nur ein wenig die Wege der Welt prüfen, der wird sicher schon beim ersten Tritte auf einen tüchtigen Stein stoßen.
(jl.him2.295,07) Was fragt ihr aber: "Werden wir Krieg bekommen? Werden die Polen aufstehen? Was wird Frankreich, was England machen? Was Österreich, was Preußen, was Rußland?« - Oh, das sind eitle Fragen!
(jl.him2.295,08) Glaubet denn auch ihr noch an eine Vorbestimmung der Volksschicksale? - Sollte Ich etwa sagen und fest bestimmen, so und so wird es diesem oder jenem Volke ergehen?! - So Ich das täte, wäre da wohl Liebe in Mir, Geduld und Erbarmung? Oder ist wohl Liebe im Richter, der da über einen Gesetzesübertreter den Stab bricht und dann zu ihm spricht: "Morgen mußt du sterben!"? Dasselbe wäre bei Mir ja um so mehr der allerliebloseste Fall, wenn Ich mit den sündigen Menschen der Welt also verfahren möchte, da Mir, als der ewigen Allmacht, doch ewig nie eine sonderheitliche Macht trotzen kann.
(jl.him2.296,09) Sehet, auf der Welt lasse ich alles frei walten, was nur immer den Namen Mensch hat. - Warum? - Das wißt ihr ja schon lange.
(jl.him2.296,10) Wäre es wohl recht von Mir, so Ich nun ganz fest bestimmen möchte: "Am 21. März 1847 wird ein überaus blutiger Krieg seinen Anfang nehmen und wird sich zehn Jahre dauernd über ganz Europa erstrecken!"? - So sich nun aber die Menschen im einen oder andern bessern würden, und Ich ließe dennoch diese Geißel über sie kommen - wäre Ich da wohl ein rechter Richter und ein Vater jedes Menschen?«

Menschen und Völker als Selbstgestalter des Schicksals; wann Gerichte stattfinden

(jl.ev07.052,02) (Jesus:) »Wenn eine Menschenseele aber einmal so recht in der dicksten Nacht ihres selbstgeschaffenen Weltdünkels steckt, so können ihr bei Belassung ihrer inneren Willensfreiheit auch alle Engel der Himmel keine andere Richtung geben, und es kann da dann niemand sagen: "Siehe, das war schon also die Bestimmung für diesen Menschen!" Ja, es war wohl allerdings eine Bestimmung, aber nicht etwa von Gott ausgehend, sondern vom Menschen selbst.
(jl.ev07.052,03) Von Gott aus war es nur eine Zulassung, und das eben infolge des vollkommen freien Willens des Menschen. Und was Ich nun sagte von einem Menschen, das gilt denn auch von einem ganzen Volke. Es ist und bleibt der Selbstschöpfer seiner zeitlichen und seiner ewigen Schicksale.
(jl.ev07.052,04) Und so wäre es großirrig anzunehmen, Gott habe schon gar von Ewigkeit her bestimmt, daß dies alles, was Ich euch nun durch die Erscheinungen gezeigt und mit dem Munde vorausgesagt habe, also geschehen müsse. O nein, das durchaus ganz und gar nicht! Aber es wird dennoch alles also geschehen, weil es die Menschen also wollen, weil der allergrößte und mächtigste Teil von ihnen in aller Nacht der Hölle sich gar wohlbehaglich und allerhartnäckigst freiwillig befindet und nun selbst auf Meinen allergewaltigsten Ruf diese Nacht des Todes nicht verlassen will.
(jl.ev07.052,05) Denn mehr, als was Ich Selbst nun tue, getan habe und noch tun werde, kann bei der vollen Belassung der Freiheit des menschlichen Willens unmöglich getan werden, und wem da nicht die Augen aufgehen, und wer sich danach noch nicht kehrt, dessen Blindheit und eherne Verstocktheit des Herzens heilt kein Mittel mehr, von dem jeder sagen kann, daß es ein wahres, gutes und sanftes ist. Da muß dann das Gericht kommen und als letztes Mittel wirken. Damit aber das Gericht losbreche, muß das dasselbe bewirkende Maß voll werden, was bei diesem Volke bald - wie Ich's gesagt habe - der Fall sein wird. Und so denket nun nicht ängstlich viel darüber nach; denn nicht Ich, sondern die unbekehrbaren Menschen wollen es also!«
(jl.ev07.052,06) Sagte nun Nikodemus: »Aber Herr und Meister, da sieht es um die Menschheit ja ganz entsetzlich böse aus! Wenn Gott Selbst solchen Menschen niemals sogar wider ihren dummen Willen und Eigensinn helfen kann, ja, wer soll ihnen dann noch helfen können?«
(jl.ev07.052,07) Sagte Ich: »Ja, Freund, du verstehst gar viele irdische Dinge nicht, die du doch siehst und begreifst, - wie willst du dann rein geistige Dinge fassen und begreifen, die du nicht siehst und irgend fühlst?! Ich habe es ja gesagt, daß Gott beim Menschen in bezug auf seine innere, geistige Entwicklung mit Seiner Allmacht nicht leitend und lenkend einwirken darf, und das aus Seiner ewigen Ordnung heraus. Denn täte Gott das, so würde der Mensch in sich zur toten Maschine und könnte nie zu einer freiesten Lebensselbständigkeit gelangen.«

Wann Prophezeiungen echt sind; wann Los abwendbar ist

Wann Vorhersagen glaubwürdig sind

(jl.Erde.071,01) »Es könnte hier wieder jemand fragen und sagen: "Also kann man einem Wiedergeborenen doch allezeit den vollsten Glauben schenken, so er zukünftige Dinge voraussagt!? Oder soll man auch solche Voraussage in einen kleinen Zweifel ziehen?" Darauf sage Ich: Wenn der Wiedergeborene spricht: "Das tuet", so tuet es. Wenn er aber spricht: "Dies oder jenes wird geschehen!" und hat kein Wenn dazu gesetzt, so glaubt es ihm nicht; denn da ist er schon kein rechter Wiedergeborener. Denn alles, was da geschieht und geschehen soll, geschieht bedingungsweise, daher auch hinsichtlich des Geschehens nirgends eine feste, unabänderliche Voraussage geschehen kann; würde nämlich etwas bestimmt vorausgesagt werden, was da geschehen müßte, da wäre die Welt im tiefsten Gerichte, und alle Freiheit wäre verloren. Dies weiß ein echter Wiedergeborener sehr wohl und müßte daher wider seine reinste Erkenntnis prophezeien, also offenbar lügen, so er etwas bestimmt voraussagen möchte, was da geschehen wird.«

Biblische Beispiele für unbestimmte Vorhersagen

(jl.Erde.071,02) (Jesus:) »Ich Selbst war doch sicher der erste Prophet in der Welt; wer aber kann Mir nachweisen, daß Ich, außer Meiner Auferstehung, etwas ganz bestimmt vorausgesagt habe? Ich sagte wohl, daß Ich sterben und am dritten Tage wieder auferstehen werde; aber Zeit und Stunde weder des Sterbens noch des Auferstehens ist niemandem vorhergesagt worden.
(jl.Erde.071,03) So habe Ich auch Meine Wiederdarniederkunft vorhergesagt, aber - wohlgemerkt - mit dem Beisatze: "Zeit und Stunde ist niemandem bekannt außer nur Mir allein und dem auch, dem Ich es offenbaren will!" Ich habe es aber auch schon geoffenbart, aber nicht bezüglich auf Zeit und Stunde, sondern nur bezüglich der Zeichen, an denen man Meine Wiederkunft erkennen sollte. (vgl. mt.24,36)
(jl.Erde.071,04) Also haben auch alle Propheten geweissagt; aber alles, was sie geweissagt haben, war bedingungsweise, damit durch eine solche Weissagung ja niemand gerichtet werden sollte, sondern die Freiheit habe, das Angebotene zu tun, um dem angedrohten Gerichte zu entgehen, oder das Angebotene zu unterlassen, um gerichtet zu werden.
(jl.Erde.071,05) Jeremias prophezeite jahrelang und harrte selbst, manchmal bitter klagend, auf den Erfolg der Prophezeiung; denn was er auf morgen prophezeite, geschah erst nach Jahren; ja bei 23 Jahre mußte er warten, bis seine Prophezeiung hinsichtlich der 70jährigen babylonischen Gefangenschaft an dem jüdischen Volke in volle Erfüllung ging!
(jl.Erde.071,06) Jonas harrte gar vergeblich auf den Untergang von Ninive, so daß er am Ende ganz ärgerlich Mir Meiner Güte wegen Vorwürfe machte. Die Ursache alles dessen aber liegt, wie schon vorhin einmal bemerkt wurde, lediglich in dem Benehmen der Menschen; denn so ihnen ein Gericht angedroht wird, sie aber sich ändern - wenn auch nicht alle, so doch wenigstens einige -, so wird das Gericht aufgehoben.«

Erforderliche Anzahl Gerechter zur Gerichtsaufhebung oder Gerichtsmilderung

(jl.Erde.071,07) »Wenn unter hunderttausend Menschen nur zehn gerecht werden, so will Ich dieser zehn wegen auch die hunderttausend mit dem Gerichte verschonen. Und wenn unter einer Million hundert Gerechte sind, so will Ich ihretwegen eine ganze Million mit dem angedrohten Gerichte verschonen.
(jl.Erde.071,08) Wenn natürlich die Zahl der Gerechten dabei noch höher steht, so wird das Gericht um desto sicherer aufgehoben, und statt eines allgemeinen Gerichtes wird nur ein spezielles die Hartnäckigsten treffen. Wenn aber weniger Gerechte da sind, dann freilich wird nach einigen noch nachträglichen Ermahnungen das angedrohte Gericht nicht aufgehalten werden.«

Warnung an falsche Propheten; Pflichten der Propheten

(jl.Erde.071,09) »Nach diesem wohl auseinandergesetzten Sinne kann und darf dann auch nur einzig und allein ein Wiedergeborener zukünftige Ereignisse vorhersagen. Haben die Prophezeiungen nicht dieses Gesicht, so sind sie falsch, und der Prophet war weder ein Wiedergeborener noch ein Berufener, sondern er tat es aus seiner eigenen Macht, wofür er auch seinen Lohn finden wird. Und wenn er auch dereinst zu Mir sagen wird - wie es dergleichen jetzt gar überaus viele gibt -: "Herr, das habe ich ja alles in Deinem Namen und alles zu Deiner größeren Ehre getan!", so werde Ich ihm aber dennoch entgegnen: "Hinweg mit dir; denn Ich habe dich nie gekannt!" (vgl. mt.07,21-23), d.h. als Propheten und als solchen, den Ich berufen hätte, in Meinem Namen zu weissagen; denn ein Prophet, der ums Geld prophezeit, ist gleich wie einer, der Gott ums Geld dient und Ihn ums Geld anbetet. Solche haben ihren Lohn schon genommen. Daher habe Ich mit ihnen nichts Weiteres mehr zu tun; denn sie waren allezeit falsche Propheten, nur Augendiener und Diener des Mammons und des Beelzebub.
(jl.Erde.071,10) Ihr sehet aber, daß aus dem klar hervorgeht, daß sich jedermann mit dem Prophezeien wohl gar sehr in acht nehmen sollte, der Wiedergeborene und der Berufene so gut wie der Nichtwiedergeborene und Nichtberufene, denn der Prophezeiung wegen lasse Ich wohl niemanden die Wiedergeburt erreichen, sondern allein des ewigen Lebens wegen.
(jl.Erde.071,11) So Ich aber jemanden berufe zu prophezeien, der sei ja nicht so keck und setze eigenmächtig etwas hinzu oder nehme eigenmächtig etwas hinweg; denn so er das täte, so würde es ihm einst gar übel bekommen! Daher ist es durchaus kein leichtes Geschäft, ein Prophet zu sein, und ein gar sehr nutzloser und schädlicher Mensch ist derjenige, der aus eigener Macht prophezeit oder sich wohl gar dabei ein göttliches Richteramt anmaßt.
(jl.Erde.071,12) Wer das tut, der ist ein eitler Täter des Übels und wird in eben dasselbe Gericht kommen, in welchem er seine Brüder gerichtet hat...«

Nur Menschwerdung Gottes in Jesus war als unabänderlich vorhergesagt

(jl.ev08.099,10) »Gehet zurück auf alle Propheten, die zukünftige Dinge geweissagt haben, ob je einer etwas als unabweichbar Kommendes geweissagt hat! Ein jeder hat seine Weissagung nur stets unter gewissen Bedingungen aufgestellt, die sich stets auf die Besserung oder Verschlimmerung der Menschen bezogen. Nur Meine Fleischwerdung ist den Menschen als ganz bestimmt ohne ihr Willen und Handeln geweissagt worden zu ihrem Heile, darum sie auch pur Mein Werk ist...«

Grenzen der Willensfreiheit

(jl.bmar.074,12) »Siehe, der Herr weiß es, wie weit Er einem Wesen den Kreis seiner Freiheit spannt! In diesem Kreise kann jedes Wesen, das einen freien Willen hat, zur Übung seiner Freiheit tun, was es will. Aber über diesen Kreis hinaus vermag kein Wesen zu handeln!
(jl.bmar.074,13) In einem Wassertropfen leben oft zahllose Infusorien und bewegen sich frei im selben; können sie aber auch über den Tropfen hinaus ihre Lebensfreiheit ausüben?
(jl.bmar.074,14) Ebenso mögen die Menschen auch die moralische Ordnung auf ihrem Erdboden untergraben durch Kriege und andere Argheiten. Hindern sie aber dadurch den Nacht- und Tagwechsel, oder können sie Regen und Winde aufhalten oder das Meer ausschöpfen?«

Willensfreiheit und ihre Grenzen im Zusammenhang mit eigener Natur

(jl.gso2.121,07) »... Der Geist ist vollkommen frei und kann tun, was er will. Seine eigenen Taten aber sind hernach erst sein Richter, denn wie seine Liebe ist, so sind seine Taten, und so auch sein Leben.
(jl.gso2.121,08) Nur das Einzige ist vom Herrn von Ewigkeit fest bestimmt, daß ein jedes Leben seine bestimmten Wege hat, über die es ewig nimmer hinaus kann. Diese Wege aber sind so intim mit der Natur des Lebens verflochten, daß sie eben mit dem Leben selbst das Leben ausmachen. Würde man jemandem einen solchen Weg abschneiden, so schnitte man ihm seine Freiheit und somit auch sein Leben ab. Ein solcher Abschnitt wäre so ganz eigentlich ein Gericht, welches jedem Geiste den Tod brächte.«

Trotz Willensfreiheit soll göttliches Endziel erreicht werden

(jl.rbl2.153,06) (Jesus:) »... Kann man ... mit Grund gegen Mich auftreten und fragen: "Herr, warum hilfst Du den Elenden nicht und läßt sie verschmachten und zugrunde gehen?" Sieh, Ich lasse niemanden zugrunde gehen, selbst den Satan und die barsten Teufel nicht. Aber so lassen kann Ich sie nicht, wie - wider alle Meine Ordnung, von der die Erhaltung aller Dinge abhängt - es in ihrer eigensüchtigen Blindheit wollen. Sondern ich muß auf jede mögliche ordnungsmäßige Weise sorgen, daß sie alle am Ende doch jenes Ziel erreichen, das ihnen von Meiner Ordnung von Ewigkeit her gestellt ist.«

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Letztes Update: 01.01.2017