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Prophet Jakob Lorber

Wissenschaftl. Echtheitsbeweise der Offenbarungen

Aktuelle Prophezeiungen Lorbers über

Endzeitprophezeiungen bis 2025 (Lorber, Dudde | SeherInnen)

  • Vorsorge-Tipps

    • Die Aufklärung, ihre Ursachen und ihre Folgen


      Parallel zu den philosophischen Ideen lief die sogenannte Aufklä­rung *1). Trotz des lautstarken Kampfes gegen die Kirche waren ihre Erfolge nicht so nachhaltig wie diejenigen der Philosophen, die in der einsamen Studierstube, unbemerkt von der Außenwelt, ihre Ge­danken niederschrieben. Die Aufklärung war eine Reaktion auf die unmenschlichen Zustände, die die katholische Kirche durch die Inqui­sition, die Folter, die Hexenverbrennungen, die Leibeigenschaft (die Sklavinnen der Klöster nannte man sinnigerweise „Gotteshauswei­ber"), die Knebelung der Wissenschaften und andererseits die Ver äußerlichung des Kultus, die geduldete Mirakelsucht u. dgl., über die Menschen der alten und der neuen Welt gebracht hatte. Im Bereich der katholischen Kirche war der Betrieb unvoreingenommener ex­perimenteller Wissenschaft ganz unmöglich gemacht. Der erste Ver­such durch den Gelehrten Roger Bacon (gest. 1294) scheiterte sofort. Bacon wurde deswegen jahrelang in grausamer Kerkerhaft gehalten. Galilei wurde, sobald er seine Theorie von der Umdrehung der Erde um die Sonne veröffentlicht hatte, zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Nie durfte ihn jemand besuchen. Die Inquisition nannte ihn in ihrem Urteil vom 22. Juni 1633 einen „Verbrecher".
      Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein sträubte sich die Hierarchie gegen jeden Fortschritt. Gegen den Bau von Eisenbahnen, Hängebrücken, Straßenbeleuchtung (Köln), das Anbringen von Blitzableitern (Mann­heim) usw. wurde Widerstand geleistet. Ja, selbst wissenschaftliche Kongresse wurden unter Papst Gregor XVI. (gest. 1846) „als gleich­bedeutend mit Aufruhr angesehen" 34. Der Katalog der unsinnigen Proteste, bzw. der über die Staatsmacht veranlaßten Verbote - bis zur Untersagung des angeblich unsittlichen Walzertanzes in Wien - ist lang. Der kirchliche Fanatismus, insbesondere in Spanien, war so penetrant, daß Gegenkräfte auf den Plan treten mußten. Der Geist der Abwehr verstärkte sich immer mehr, und die Aufklärung, die in den einzelnen Ländern unterschiedlichen Charakter hatte, hatte Er­folge und fand große Anerkennung. Die Inquisition in der bisherigen Form, die Folter und die Leibeigenschaft wurden beseitigt. Der Begriff der Menschenrechte wurde geschaffen, und die Wissenschaft wurde frei. Jedoch fiel die Bewegung alsbald ins Extrem.
      Die Aufklärung war zunächst antikirchlich, dann antichristlich und schließlich antireligiös. Die Kritiker des 18. und zum Teil des 19. Jahrhunderts waren polemisch und haßerfüllt. Voltaire übernahm in seine Schriften sogar die Fabel einer alten jüdischen Schmähschrift auf Jesus, die aus dem 7. oder 9. Jahrhundert stammte. Danach sollte Je­sus der Sohn eines römischen Soldaten sein, der aus Germanien stammte. Renan bezeichnete bereits 1863 diese Verirrung Voltaires öf­fentlich als einen „dummen Streich" 35. Im Stil Voltaires „ecrazés l'infame" („vernichtet sie, die Verruchte" [die Kirche, d. Vf.]) erschienen später keine Schriften mehr. Aber auch die Schriften des Reimarus (1694-1768) haben teilweise ebenfalls polemischen Charakter und vermögen einer kritischen Prüfung nicht standzuhalten. Die in unse­rem Jahrhundert von verschiedenen Autoren aufgestellte Behauptung, Jesus sei ein politischer Revolutionär gewesen, ist nicht neu, denn schon Reimarus hatte im 18. Jahrhundert die Tempelreinigung durch Jesus zu einem Aufstand hochgespielt. 36

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