Dürfen göttl. Offenbarungstexte redaktionell verändert werden?


Inhaltsübersicht:


Sind redaktionelle Bearbeitungen der Neuoffenbarungen erforderlich?

Ob Neuoffenbarungen redaktioneller Bearbeitung bedürfen, wird aus folgender Aussage Jesu durch Gottfried Mayerhofer klargestellt: gm.pred.026,25] "Meine Worte sind einfach und klar, nur dürfen nicht die Selbstliebe der Dolmetscher und falsche Ausleger dabei sein; denn sonst würde von euch manches entschuldigt, was bei Mir nicht vergeben werden kann."

Im Falle schriftlicher Weitergabe von Offenbarungen entspricht die Rolle eines Verlegers der Rolle eines Dolmetschers, Predigers oder Schrifterklärers im mündlichen Bereich. Folglich umfasst die nächste Mahnung zum ernsthaften, wahrheitsgemäßen Umgang mit seinem Offenbarungswerk auch alle, die mit der schriftlichen oder mündlichen Weitergabe von göttl. Worten zu tun haben:
gm.pred.026,26] "Daher prüfet euch wohl! Bedenket: Ich treibe keinen Scherz mit euch und will auch nicht, daß ihr mit Mir nur so gelegentlich verhandelt, wie es euch gerade genehm ist!"

Was Jesus Lorber, Mayerhofer u.a. durch das 'innere Wort' ausführlich und detailgenau diktierte, sollte nach seinem Willen nicht nur inhaltlich unverfälscht, sondern auch formal möglichst originalgetreu gedruckt und vertrieben werden:
gm.pred.012,13] "Einzelnen von euch gab Ich die Fähigkeit, Meine Stimme direkt in ihrem Innern zu vernehmen, damit Meine eigentliche Lehre, wie Ich sie für das ganze Universum als ewig bleibend aufgestellt habe, nicht wieder verfälscht und anders ausgelegt werde, als Ich sie während Meines Erdenwandels Meinen Jüngern gegeben habe."

Wenn man bedenkt, daß jede inhaltliche oder formale Textveränderung von Originalen zwangsläufig entsprechende Veränderungen in Zitaten und in allen Übersetzungen nach sich zieht, ist die Übereinstimmung einer Veröffentlichung mit dem Original eine unverzichtbare und unumgängliche Basis. Andernfalls bauen alle Folgewerke auf Treibsand, der früher oder später das ganze Gebäude erschüttern und letztlich zum Einsturz bringen wird.

Sind Texteinfügungen oder Textkürzungen bei Neuoffenbarungen erlaubt?

Bereits seine Nachfolger ermahnte Jesus zu seinen Erdenzeiten deutlich, wie in der Neuoffenbarung an Jakob Lorber klar wird: jl.ev10.141,13] "Prediget Mein Evangelium bei schicklicher Gelegenheit den Heiden, und gebet ihnen das Licht der Wahrheit, das Ich euch gegeben habe; doch setzet nichts hinzu und nehmet auch nichts hinweg!
   14] Umsonst habe Ich es euch gegeben, und also gebet es wieder jedem, den es danach hungert und dürstet; doch den puren Weltschweinen von Menschen sollet ihr diese Perlen nicht vorwerfen!"

Nur jenen Interessenten sollten Jesu tiefgehende Lehren mitgeteilt werden, die ein echtes Interesse daran haben und für die Wahrheit motiviert sind, d.h. ernsthaft nach ihr suchen. Materialistisch-hedonistisch eingestellte Menschen sind offensichtlich keine geeignete Zielgruppe.

Sind Jesu Offenbarungen inhaltlich zeitgebunden? Was haben Inhaltsveränderer zu erwarten?

Was Jesu, d.h. Gottes Wort beinhaltet, behält seine Gültigkeit für ewig, weil es absolute Wahrheit ist: jl.him1.080,04]"... was da Ich gesagt habe, wird bestehen wesenhaft, solange Ich, Gott, der Unendliche, der Ewige, bleiben werde!"
Jene, die die Regeln des Umgangs mit göttl. Offenbarungen kennen oder kennen müssten, aber dennoch Jesu Worte aus fragwürdigen Motiven verfälschen, über sie spotten oder ihre Ausbreitung behindern wollen, erhalten sehr klare und eindeutige Warnungen: jl.him1.080,05] "Wehe aber dem, der es wagen wird, böswillig daran auch nur ein Häkchen zu ändern, für den wäre es besser, er wäre nie geboren worden. Denn ewig verflucht sei der, der da widerstreben wird dem Geiste Meiner großen Gnade!"

Inhaltsveränderungen oder Textvorenthaltungen, die aus materiellen Motiven oder aus falscher Rücksichtnahme auf andersgerichtete politische oder konfessionelle Ansichten vorgenommen werden, dürften dem o.a. 'böswillig' gleichwertig sein. Freilich gesteht Jesus auch diesbezüglich Willensfreiheit zu, weist aber auf die Konsequenzen hin:

   jl.him1.080,06] Ich lege der Welt keine Hindernisse in den Weg und lasse sie wandeln ihre Schlammwege; aber das sage Ich: Den Spötter werde Ich stürzen in die Gräber der Finsternis, den Verächter strafen mit dem plötzlichen Tode, und wer da wird aufhalten wollen Meine Schritte, der wird zerquetscht werden gleich einem Wurme. Wer aber aus zeitlichem Interesse Meine Wege mit vernichtenden Augen ansehen wird, den wird Mein Blick vernichtend fressen, und da soll ein (blinder) Teufel eher Gnade finden als ein solcher Satansbruder!
   07] Einst trat Ich als Bettler arm und schwach auf die Erde und wurde gekreuzigt. Nun komme Ich als starker Held und Mein Gericht mit Mir! Wer Mich ergreifen wird mit Liebe, der wird leben ewig; wer aber auch nur einen Finger gegen Mich kehren wird, der soll gekreuzigt werden im Feuer Meines Grimmes!
   08] Das sei euch eine sichere Urkunde aus Meinem Munde, daß ihr nichts zu besorgen habt. Denn jetzt nehme Ich jeden auf, zu dem Ich komme und der Mich aufnimmt. Wer da hören wird Meine Stimme, der wird leben; der Taube aber wird zugrunde gehen."

Dürfen Neuoffenbarung redaktionell im Inhalt oder Stil verändert werden?

Durch das 'Innere Wort' erhielt Ida Kling Hinweise darüber, ob göttl. Neuoffenbarungen stilistisch oder inhaltlich redaktionell 'gereinigt' oder 'poliert' werden dürfen, um für Leser gefälliger zu sein. Folgende Richtlinien finden sich unter dem Titel :

Weisung an die Polierlust (30.05.1893)

"Was deinen Wunsch betrifft, Mir zu dienen dadurch, daß du Mein neu gegebenes Wort einer Reinigung unterziehen willst, und es kleiden in eine gefälligere Form, da sage Ich dir: Dein Wille ist gut - doch Mein Wille ist das nicht; denn wollte Ich es also, dann hätte Ich es Selbst schon also gegeben."

Auch eine sprachlich ungefällige, ungewöhnliche oder provozierende Form von göttl. Offenbarungen hat lt. Jesus ihren tieferen Sinn und bezweckt bewußt etwas: "Ich will ja, daß die Welt sich an Mir stoßen und ärgern solle -, sie soll Mich nicht erkennen, ehe Ich es will, und (ehe) Ich sie für Mein Kommen vorbereitet habe.
   Solange noch -usserlichkeiten die Meinen von mir trennen, sind sie auch nicht wert (reif) - Mein (direktes neues) Wort zu hören, -- darum soll sich immerhin stoßen an Mir - wer sich stoßen will, - wer mich ennt und Mich liebt, der stösst sich nicht an dem, was menschlich ist, und Ich es zuließ, damit die Welt Mich nicht erkenne - vor der Zeit; denn würde sie Mein Wort hören und dennoch nicht daran glauben, so wäre sie schon gerichtet und fände den Tod in Meiner Lehre, die doch das Leben verkünden soll! -
Und sehet, wie Ich zur Zeit, als Ich auf Erden wandelte, deren wegen, die nicht an Mich glauben, in Gleichnissen sprach, damit sie sich an Mir ärgern sollten und Mir den Rücken kehren, so ist auch nun dies Mein Wort der Welt ein unverständlich Rätsel, das all ihre Weisheit nicht zu lösen vermag, weil Ich es also will! --
Das Holprichte ist darum, daß sich die Welt dran stoße, und ihr aber stehen bleibt und nachdenkt im Herzen über den Sinn Meiner Worte und aufnehmt in euch den Geist und die reine Wahrheit, nicht aber das glattgeschliffene Wort.
Das sage Ich dir, Mein Kind, auf deine Fragen, aber auch euch allen, die ihr mit gleichen Leiden behaftet seind - leiblich wie geistig, - und geben euch Allen Meinen Segen! Amen!"

Ist der Sprachstil der NO-Texte von Lorber - darf er deshalb verändert werden?

Aus folgender Rüge Jesu für Jakob Lorber wegen mangelnden Fleisses geht deutlich hervor, woher der Wortschatz der Neuoffenbarungen stammt: jl.hag1.011,02] "Und nun siehe, du Mein fauler und sehr schlechter Mietknecht, der du noch sehr harthörig bist; denn Ich muß dir ja wie einem Abc-Buben jedes Wort einzeln in die Feder sagen, und noch verstehst du Mich nicht und fragst Mich oft zwei-, drei-, fünf-, oft bis zehnmal, und siehe, Ich wiederhole dir allezeit jedes Wort treulich! Daher sei aufmerksamer, damit es schneller vorwärtsgehe als bis jetzt; denn die Welt bedarf in aller Kürze der Zeit der Vollendung dieses Werkes Meiner großen Gnade! Dieses lasse dir gesagt sein von Mir, eurem heiligen Vater, der ganz Liebe ist in allem Seinem Wesen!"

Jesus weist nicht nur darauf hin, dass ungebräuchliche Worte oder dem 'Schreibknecht' Lorber unbekannte Worte nicht aus dem Sprachschatz oder Unterbewußtsein von Lorber stammen, sondern auch, dass seine wörtlichen Diktate bald vollendet werden sollen, um der Welt zur Kenntnis zu gelangen.

Dürfen Neuoffenbarungsworte umgestellt, Reime 'verbessert', und Fehlendes ergänzt und grammatikalisch geglättet werden?

Zur Klärung dieser Frage sind folgende Fakten aufschlußreich:
Jakob Lorbers Biograf Carl Leitner erwähnt ein Vorkommnis vom 14. Juli 1840 bei der Niederschrift von Meduheds Lied. Jakob Lorber wandte sich zu ihm und sagte: "Jetzt habe ich ein Wort niederschreiben müssen, das ich wahrhaftig selbst nicht verstehe. Was heißt denn das: 'verjahen'? Der 37. Vers des 34. Kapitels des 1. Bandes der 'Haushaltung Gottes' lautet: jl.hag1.034,37] "Bevor Ich euch noch in dieser Meiner Haushaltung weiterführen werde, will Ich euch kurz etwas bezüglich Meines Engels (betrifft das Gedicht Lorbers 'Der Engel') sagen, - namentlich aber denjenigen, welche fast in jeder Zeile einen sogenannten Grammatikalanstand genommen haben der Welt wegen. Da ihr Herz dabei nicht schalkhaft ist, so sollen sie, wo Mein schwacher Geheimschreiber Meines neuen Wortes irgendein N-Strichel zu viel oder zu wenig gemacht hat zufolge einer in ihm schon alten, unaufmerksamen Gewohnheit, es nach ihrer Einsicht ergänzen, so auch das Unorthographische und die i-Tüpfel";

Allenfalls geringfügige orthografische Fehler, Flüchtigkeitsfehler oder Kommafehler u.ä. Interpunktionsfehler dürfen also redaktionell bereinigt werden! Was aber sonstige -nderungen im betroffenen Gedicht 'Der Engel' (enthalten in 'Psalmen und Gedichte') betrifft, sind folgende Hinweise Jesu unmissverständlich:

"aber wer es da wagen würde, auch nur ein Wort zu versetzen oder einen besseren Reim zu suchen oder irgendeinen abgängigen Fuß unnotwendig zu suchen, den werde Ich mit ärgerlichen Augen ansehen.
Suchet nicht das Wort im Sinne, sondern den Sinn im Worte, wollt ihr zur Wahrheit gelangen; denn im Geiste ist die Wahrheit, aber nicht in der Wahrheit der Geist, was unmöglich sein könnte, da der Geist frei ist und jeder Regel vorrangig, Wahrheit aus sich schöpfen lassend. Da ihr das schon sogar von euren Genies sagt, warum sehet ihr hernach Meinen Geist mit gar kritischen Augen an, als wenn euch ein Schulknabe irgendein schlechtes Pensum gegeben hätte zur Korrektion?! - Daher, so jemand glaubt, Ich tauge mit dem Kleide nicht in die Welt, der behalte Mich daheim; es wird aber jedem verdienstlicher sein, Meiner Schrift eine aus ihr entnommene Regel hinzuzufügen als eine Weltkritik, - denn viel seliger ist Geben als Nehmen! Dieses versteht wohl! Amen."

Nun könnte evtl. eingewendet werden, dieses Verbot von Wortumstellungen, Reim'verbesserungen' oder ähnliche redaktionelle Veränderungen würden nur dieses Gedicht bzw. Gedichte und Reime betreffen. Weitere Ausführungen zeigen, daß dieses Gebot bzw. Verbot durchaus allgemein für Jesu Neuoffenbarungen gilt.
Anhand der sprachlichen Bemerkungen über das Gedicht 'Der Engel' in den 'Psalmen und Gedichten' (1898, 2. Aufl., S. 136) läßt sich beweisen, daß die von Carl Leitner zunächst beanstandeten sprachlichen Fügungen und Ausdrucksweisen nicht nur im Gedicht 'Der Engel' auftreten, sondern auch im übrigen Lorber-Werk. Dieser Beweis wird im folgenden geführt.

Dürfen fehlende Pronomina ergänzt werden?

Sehr oft ist im Urtext das Pronomen (ich, du, er ...) weggelassen (sog. 'versteckter Nominativ')

Beispiel: jl.hag1.046,21: "Und (Ich) werde zum dritten Male vielfach kommen ..." Auch alle weiteren 'Ich' in diesem Vers sind weggelassen.

jl.hag1.059,10: "O Väter, da irret ihr euch gewaltig, und (es) ist nicht also!"

Dürfen fehlende Worte aus grammatikalischen Gründen ergänzt werden?

C. Leitner vermißte in der Wortfolge "So möglich wäre" den Nominativ und bekommt durch J. Lorber folgende Antwort: "Das heißt doch noch schwach sein! - Hätte Ich denn sollen euch ein "so's" vormachen? Oder liegt der Nominativ nicht als Sinn im Worte und Satze? Wohlverstanden!"

Dürfen scheinbar fehlende Silben oder grammatikalisch falsch erscheinende Worte in Gedichten und Versmaßen ergänzt bzw. redaktionell geändert werden?

Selbst in einem solchen Fall, der dem normalen Sprachempfinden wirklich Anstoß gibt, will Jesus keine redaktionellen -nderungen.

Beispiel: jl.hag1.097,01: "sondern begann alsobald folgende Rede gleich einem Selbstbekenntnisse an von sich zu geben".

C. Leitner fragt, wozu das "an" bei "zu reden an" gehört, da man sagt, "anzureden", und bekommt folgende Antwort: "Das 'an' ist hier ganz am Rechtungsplatz und gehört erklärend zum 'begonnen' und nicht zum 'reden'. O, saget nicht, daß ihr Deutsche seid, denn ihr versteht eure Muttersprache nicht. Wohlverstanden!"


Dürfen fehlende Vorsilben ergänzt werden?

Häufig steht bei Lorber statt 'anfangen' einfach 'fangen'.
Beispiel: "jl.hag1.043,02: "... erholte sich der Vater Seth und fing (an) gar wohlbedacht folgende Worte an die anwesenden Kinder zu richten"

C. Leitner fragt, warum das 'an' oft ausgelassen wurde und bekommt folgende Antwort: "O nein, es ist nicht weggelassen, weil es wirklich der größte Unsinn wäre, wenn es dabei oder irgendwo getrennt stände, da sich eigentlich die Liebe fangen (aber ja nicht anfangen) in der Demut muß, bevor sie lebensrege wird! Denkt doch ein wenig nach, und eure Fragen müssen euch ja vorkommen, als wenn ihr lauter Fratzen wäret.- Wohlgemerkt!"

Und an anderer Stelle: "Kann man sich anfangen? - Wohl aber kann sich der Mensch selbst fangen oder gefangen nehmen. Wohlverstanden!"

Sind Versmaßveränderungen erlaubt?

In Kenans Gesang (42. Kapitel 'Haushaltung Gottes, Bd. 1) stören alle neu in Kursiv eingefügten 'an' das Versmaß, ebenso das 'Ich' im 17. Vers (versteckter Nominativ)

Darf 'zu' im bloßen Infinitiv eingefügt werden, wenn es nicht vorhanden ist?

Beispiel: jl.hag1.136,05: "Denn es ist besser, ewig nie (zu) sein, als neben dir ein elendes, beschränktes Dasein (zu) fristen!"

C. Leitner beanstandet ein solches weggelassenes 'zu' und bekommt u.a. folgende Antwort: "'zu' aber bloß als ein Infinitvpartikel zu gebrauchen, ist eine angewohnte Narrheit. Wohlverstanden!" (nicht etwa 'zu gebrauchen'!)

Dürfen Zeiten bei Verben geändert werden?

C. Leitner meinte, daß es statt 'schlüg's ihm fehl, so würd'... verfolgen" doch heißen solle: "hätte es ihm fehlgeschlagen, so würde .... verfolgt haben" und bekommt darauf folgende Antwort: "Ihr kennt fünf Arten der Zeugeworte oder schlecht: Zeitworte. Ich aber kenne noch eine bedingende Art. Muß Ich euch um Erlaubnis bitten, um diese gebrauchen zu dürfen? Daher lernt es von Mir, wollt ihr leben! Wohlverstanden!"

Sind unübliche männliche oder weibliche Artikel in den Neuoffenbarungen Fehler oder Absicht?

Mitunter werden Artikel in anderer Form, als wir es üblicherweise gewohnt sind, gebraucht. Selbst in solchen Fällen wird die Richtigkeit klar, wenn man den dahinter stehenden tieferen Sinn beachtet. Wie genau wir es mit den Texten Jakob Lorbers zu nehmen haben, dafür noch zwei Beispiele.

Auf die Frage: "Warum ist 'Scham' männlich gebraucht, oder ist es ein Fehler, kam folgende Antwort: "Fürs erste, Meine Gestrengen, habe Ich Mir die Freiheit genommen, es männlich zu gebrauchen, da ihr schon sagt, so ein Mädchen reif ist geworden, sie sei mannbar; warum sagt ihr nicht, sie sei weibbar? Da sich das Mädchen vorzüglich nur vor Männern schämt und vor Weibern nur ihrer Männlichkeit wegen, so ist füglich die Scham das Männliche im Weibe, die sie darnieder drückt, so sie sich erheben wollte. Wohlverstanden! - Beim Manne aber ist es aber darum weiblich und heißt die Schande.- Wohlgemerkt!"

Sind ungewöhnliche Vorsilben Fehler oder sinnvoll?

Als C. Leitner das Lorber innerlich diktierte Wort 'gemahnen' in 'ermahnen' umändern wollte, und wissen wollte, ob 'gemahnend' überhaupt richtig sei, kommt die Antwort: "Allerdings, denn ihr könnt jemanden ermahnen, sich selbst aber ganz richtig nur gemahnen. - Wohlverstanden!"

Braucht Gott Belehrung, wie er reden soll? Was hält er von stilistischer Kritik an seinen Offenbarungen?

Nach einer stilistischen Bemängelung erfolgte folgende Reaktion Jesu: "Höret! Das geht Mich wenig an und kümmert Meine Weisheit wenig eure Schule voll Unsinns! Der dem Menschen gab eine Zunge zum Reden, wird doch nicht die Menschen um Rat fragen müssen, wie Er reden soll. - Wohlverstanden!"
"Da habt ihr nun alles, und fraget nicht weiter, sondern erkennet den Unverstand eures Herzens und bekrittelt in der Zukunft ja nicht mehr Meine so übergroße Gnade zu euch in Meiner unbegrenzten Liebe; sonst werdet ihr Meine Geduld brechen und euch dadurch großen Schaden zufügen. Versteht ihr etwas nicht, dann fraget Mich in der Liebe und Demut, und Ich werde es euch sagen und erklären; aber mit der Weltkritik bleibet Mir in der Zukunft ferne, und mit der Liebe nahe, sonst werde Ich euch Meinen Donner vernehmen lassen. Amen. Das sage Ich, euer liebevollster, heiliger Vater, Amen, Amen, Amen.

Konsequenzen aus den Richtlinien Jesu für die Verbreiter seiner Offenbarungen

Die Summe aller dieser vom Lorber-Verlag veröffentlichten Offenbarungs-Aussagen gibt wohl hinreichend klare Maßstäbe, was redaktionell mit göttl. Offenbarungen gemacht bzw. nicht gemacht werden darf. Sie sind daher verbindliche formale Richtlinien für jeden, der diese durchs innere Wort von Lorber, Mayerhofer u.a. als Diktat erhaltenen Texte als Ganzes oder in Teilen veröffentlicht, übersetzt und weitergibt.

Wenn seine Offenbarungen schon wörtlich diktiert wurden - was selbst biblischen Propheten nur relativ selten zuteil wurde! - sollte die Ehrfurcht und die Wertschätzung seiner Worte es als selbstverständlich erscheinen lassen, daß man auch jene Richtlinien einhält, die zur formalen Verwaltung und Weitergabe zugleich mitgeteilt und veröffentlicht wurden.

Welche weiteren, wichtigen Kriterien sollen Verbreiter der Worte Jesu erfüllen?

Jesu Neuoffenbarungen sollen nur seinen Zielen, also ihm als einzigem Herrn dienen. Das gilt sowohl für die Verwendung und formale Weitergabe seiner Mitteilungen, als natürlich auch für alle weiteren Aktivitäten eines Wortverkünders bzw. Wortverbreiters - mündlich oder schriftlich. Daher sind weitere Forderungen Jesu zu erfüllen.
Ob diese Anweisungen Jesus eingehalten werden, läßt sich anhand der Kriterien überprüfen, die Jesus zur Unterscheidung der wahren und falschen Lehrer, Priester, Missionare oder Propheten mitgeteilt hat. Zum Wohl aller Beteiligten will Jesus verhindern, daß man wissentlich oder unwissentlich zwei Herren dient.
Durch unzählige Möglichkeiten kann Dienst an zwei Herren erfolgen. Daher warnt Jesus nicht nur in der Bibel vor dem Dienst für zwei Herren, sondern auch in den Neuoffenbarungen: gm.pred.021,14] "Es soll die Welt nur einen Hirten mit seinen Schafen beherbergen; zwei Herren kann man nicht dienen. Wer der Materie huldigt, muß zur Materie herabsinken; wer aber dem Geistigen zustrebt, wird das Schwere lassen. Die Materie ist zu dicht, sie läßt kein Licht hindurch. Nur Geistiges ist fähig zur Aufnahme Meines Liebelichtes aus den Himmeln, und nur dieses Licht entwickelt Lebenswärme, entwickelt den in die menschliche Seele gelegten göttlichen Funken und führt ihn zu seinem Urquell, zu Mir zurück."

Der 'Materie huldigt' , wer z.B. die Verbreitung von Neuoffenbarungen vor allem aus finanziell-materiellen Motiven vornimmt. Dem materiellen Weltgeist bzw. Jesu Gegner dient, wer Jesu Worte aus weltlichen oder irrigen Gründen verändert oder gar im Inhalt verfälscht.
Sicherlich noch weniger in Jesu Sinne ist es, wenn ein Lehrer, Prediger, Missionar, Schriftsteller oder Verleger neben Jesu Offenbarungen solche Inhalte oder Praktiken anpreist und verbreitet, die antichristliches, wahrsagerisches und magisch-höllisches Gedankengut und Praktiken enthalten bzw. vertreten. Das wäre bzw. ist aus geistiger Sicht die schlimmste und in jeder Hinsicht folgenschwerste Art von Dienst für zwei Herren, weil jede Abgötterei dem Werke Gottes=Jesu völlig entgegenarbeitet. Jeder Segen wird solchem Dienst für zwei Herren entzogen. Nach biblischen Aussagen bringt dies alle jene Folgen - u.a. für die Nachkommen bis in die vierte Generation - mit sich, die als Konsequenzen von Aberglauben, Abgötterei und Götzendienst im 5. Mose,28, 15 ff.ausführlich geschildert sind und bis heute gültig sind.

Da nach Jesu Willen vor allem 'Ungläubige' bzw. 'Falschgläubige' und 'Verirrte' die Zielgruppe der Neuoffenbarung sein soll, finden sich in Neuoffenbarungskreisen viele Anhänger und Glaubensverbreiter, die aus esoterischen Kreisen zur NO gekommen sind. Sie gehören daher oft zu jenen, die zuvor nicht selten zu Wahrsagern, Astrologen, Medien, Gesundbetern, Rutengängern, Pendlern, esoterischen, spiritistischen und östlichen Gruppen etc. gegangen sind und ihren Lehren Gehör schenkten bzw. okkult-magische Praktiken ausübten oder noch ausüben. Meist ohne es zu wissen oder nur zu ahnen, betrieben sie dadurch intensive Abgötterei und meinen, auf einem Lichtweg zu sein. Sie und alle Diener zweier Herren warnt Jesus, daß sie seine Lehre nicht nur als weitere Wissenskostprobe lediglich oberflächlich prüfen oder bewerten sollen: gm.pred.026,09] Ein " so gleichsam nur Liebäugeln mit Mir ist von keinem Wert und Nutzen, sondern daß man entweder sich Mir ganz ergeben oder in der Folge der Welt verfallen muß".

Ein Nebeneinander so verschiedener Richtungen, Inhalten und Herren wie z.B. Wahrsagerei und in jeder Form von Magie (wie dies in der Esoterik üblich ist) wird weder von Jesus noch von Satan als seinem Gegenspieler auf die Dauer geduldet. Eine klare Entscheidung für eine der beiden polaren Seiten ist unumgänglich, weil dies beide Herren nicht anders gestatten.
Wer in Satans Reich durch Aberglauben und Abgötterei geräte bzw. ihm bewußt oder unbewußt dient, wird nie inneren Frieden und Ruhe finden und die eigenen Fehler oder Versäumnisse auf andere projezieren: gm.pred.026,10] "Überall werden sie Ruhe und Frieden suchen, alles anklagen, Mich, die Natur, die Verhältnisse oder das Schicksal, wie sie es nennen werden; aber nur sich selbst werden sie als Urheber ihres eigenen Unglücks nie erkennen wollen. So wird ihr Schicksal sein: kein Tröster, kein Friedensstifter wird zu ihnen kommen können, weil sie nicht begreifen, daß er nicht von außen hinein, sondern nur von innen heraus den Frieden herstellen kann."

Unerlässliche Schritte, um frei zu werden und wieder innere Ruhe und Frieden zu finden: Einsicht in die begangenen Fehler und Bindungen; ernsthafte Reue vor Gott; Bitte um Vergebung; konsequentes Unterlassen aller Abgöttereien; Vernichtung aller entsprechenden Schriften, Talismane, Amulette, Kultgegenstände etc.; Wiedergutmachung von Schäden; Korrekturen von Lügen und Verfälschungen zur Wiederherstellung der Wahrheit; bewußte Absage und Bitte um Befreiung aus den Bindungen an Satans Reich.


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