Leopold Engel (1858-1931): 'Das große Evangelium Johannes', angeblicher 'Band 11', Achtung! krit. Anmerkungen

Kapitelinhalt 072. Kapitel

  • Johannes.18,01] Als Jesus solches geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein Garten, in den Jesus und seine Jünger gingen. (a =Matthäus.26,30 .36; = Markus.14,26; = Lukas.22,39)

       01] Wir gingen nun zum Tore hinaus und a wandten uns dem Ölberge zu. Dort lag also der Garten, der jetzt noch 'Gethsemane' benannt wird, jedoch an einem ganz andern Orte. Der Garten Gethsemane gehörte zu jener Herberge am Ölberge, die dem Lazarus gehörte und als beliebter Ausflugsort bekannt war. Unterhalb jener Herberge, die auf der Höhe lag und eine weite Aussicht bot, erstreckte sich eine a parkartige Anlage, durch welche hindurch ein sehr angenehmer Weg hinauf zur Höhe führte. Dieser Park selbst aber ist das eigentliche Gethsemane gewesen und liegt daher an einer ganz andern Stelle als das jetzt gezeigte, das mit ihm nur den Namen gemein hat, weil die dortigen sehr alten Bäume den späteren Suchern dieses Ortes es wahrscheinlich machten, die richtige Stätte gefunden zu haben. (a Johannes.18,01*; =Matthäus.26,30 .36; = Markus.14,26; = Lukas.22,39)

    •  Johannes.18,02] Judas aber, der ihn verriet, kannte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft a dort mit seinen Jüngern. (a Lukas.21,37)

  • Matthäus.26,37] Und a er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und b fing an zu trauern und zu zagen. (a Matthäus.17,01b Hebräer.05,07; = Markus.14,33)
       03] Wir lagerten uns abseits des Weges, und Ich forderte a Petrus, Johannes und Jakobus auf, mit Mir von den andern weg etwas abseits zu gehen. Sie taten so und folgten Mir. (a Matthäus.26,37; =Markus.14,33)
       04] a Hier trat nun der Augenblick ein, wo die ganze Wucht des nahenden Unheils die Seele des Menschensohnes befiel und die Gottheit sich wiederum gänzlich zurückzog, um die freieste Entschließung dem Menschen Jesus zu überlassen. (a Matthäus.26,37b; Markus.14,33)

  • Matthäus.26,38] Da sprach Jesus zu ihnen: a »Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir!« (a = Markus.14,34; = Johannes.12,27)
       05] Daher empfand dieser auch die bange Stunde und sagte: a »Meine Seele ist betrübt bis in den Tod!« Er sagte sodann auch zu den dreien: »Bleibet hier und wachet mit mir!« (a =Markus.14,34; = Johannes.12,27)

  • Matthäus.26,39] Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser a Kelch von mir; doch b nicht wie ich will, sondern wie du willst! (a = Markus.14,35-36;  Johannes.18,11b Johannes.06,38; = Lukas.22,41-42;  Hebräer.05,08gm.pred.024. S. 151;  gm.sgeh.022;  gm.sgeh.003, S. 75)
       06] Und er ging abseits und betete die Worte: »Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser a Kelch von mir; doch b nicht wie ich will, sondern wie Du willst!« (a Matthäus.26,39*; =Markus.14,35-36;  Johannes.18,11; b =Johannes.06,38; = Lukas.22,41-42;  Hebräer.05,08gm.pred.024)
       07] Da jedoch in diesen Worten noch nicht der eigene feste Entschluß steht, so trat die Gottheit auch noch nicht in ihn zurück.

  • Matthäus.26,40] a Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: »Könnt ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? (a = Markus.14,37; = Lukas.22,45)
       08] a Jesus ging zu den Seinen zurück und fand sie schlafend. (a =Matthäus.26,40*; =Markus.14,37; = Lukas.22,45)
       09a] Daraus ersah er, daß er nur eine Stütze finden könne an dem Vater in sich, a weckte die drei und sprach die bekannten Worte: »Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? (a =Matthäus.26,40*; =Markus.14,37; = Lukas.22,45)

  • Matthäus.26,41] a Wachet und betet, daß ihr nicht in b Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. (a+b: Markus.14,38; = Lukas.22,46Epheser.06,18; Vaterbriefe.097; Vaterbriefe.158;  b Hebräer.02,18jl.ev06.052,04-06;  jl.ev10.188,25jl.him2.001jl.him3.268,07jl.him3.414,03 .06 .08 .09)
       09b) a Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! b Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.« (a Matthäus.26,41*; =Markus.14,41; =Lukas.22,46; Eph.06,18; b =Markus.14,38; =Lukas.22,45; hebr.02,18)
       10] Mit diesen Worten meinte er nicht nur die drei, sondern auch sich selbst zu bezeichnen.

  • Matthäus.26,42] a Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: »Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!« (a = Markus.14,39
       11] a Jesus ging nun zurück und betete abermals: »Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, so trinke ich ihn denn, und Dein Wille geschehe!« (a =Matthäus.26,42*; =Markus.14,39)

  • Matthäus.26,43*] a Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voller Schlaf. (a = Markus.14,40)
       12] Wiederum von Unruhe getrieben, suchte die Seele Anschluß nach außen bei den Seinen und a fand diese wiederum schlafend, und zwar so fest, daß sie nicht erweckt wurden, sondern bei ihrem Anruf sich nur schlaftrunken regten. (a =Matthäus.26,43*; =Markus.14,40)
       13] Jetzt hatte Jesus, der Menschensohn, gesiegt.

  • Matthäus.26,44*] Und er ließ sie und ging abermals hin und a betete zum dritten Mal und redete dieselben Worte. (a = Markus.14,41)
       14] Mit einem Blick des Mitleids überschaute er die Seinen, a eilte zurück und rief laut: »Vater, ich weiß, es ist möglich, daß dieser Kelch vorübergehe; aber Dein Wille allein geschehe, und darum will ich ihn trinken!« (a =Matthäus.26,44*; =Markus.14,41)
       15] Da kehrte die Gottheit in ihn völlig zurück und stärkte ihn, durchdrang ihn völlig und sprach: »Mein Sohn, zum letztenmal hattest du dich zu entscheiden! Nun sind Vater und Sohn in dir geeint und ewig untrennbar geworden. Trage, was dir zu tragen gegeben worden ist! Amen!«

  • Matthäus.26,45*] a Da kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: »Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, daß der Menschensohn in die Hände der Sünder überantwortet wird. (a = Markus.14,41)
       16] Darauf erhob Ich Mich wieder und a ging zu Meinen Jüngern, die wieder schlafend dalagen, weckte sie und sprach: »Wie könnet ihr nur schlafen und Mich allein lassen in der schwersten Stunde? b Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet; denn der Geist ist wohl willig, aber das Fleisch ist schwach. Ihr aber sollet allzeit stark sein. Sehet, jetzt ist die Stunde gekommen, wo Ich Meinen Feinden überliefert werde; darum schlafet nicht, und seid stark!« (a =Matthäus.26,45*; =Markus.14,41; b =Lukas.22,46*)

    Jesu Gefangennahme

    •  Johannes.18,03] Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und Knechte von den Hohenpriestern und Pharisäern, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen. (a =Matthäus.26,47; =Markus.14,43; =Lukas.22,47)

    • Matthäus.26,47] a Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. (a =Johannes.18,03*; =Markus.14,43; =Lukas.22,47)
       17a] a In diesem Augenblick nahte sich eine Schar bewaffneter Tempelwächter mit Fackeln, welche Judas anführte, und die er nach der Herberge führen wollte, wo er Mich vermutete. Die Jünger fragten Mich, was das bedeute. Ich aber hieß sie zurücktreten und ging auf dem Wege der Schar entgegen. (a =Johannes.18,03*; =Matthäus.26,47; =Markus.14,43; =Lukas.22,47)

    • Matthäus.26,48*] a Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den ergreift.(a =Markus.14,44; jl.ev11.072,17b)

    •  Matthäus.26,49*] a Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi! und b küßte ihn. (a =Markus.14,45; =Lukas.22,47; jl.ev11.072,17b; b 2 sam.20,09)
       17b] a Als Mich Judas sah, trat er auf Mich zu, grüßte Mich und wollte Mich b küssen als Erkennungszeichen für die Schergen. (a =Matthäus.26,48-49*; =Markus.14,45; =Lukas.22,47; b 2 sam.20,09)

    • Matthäus.26,50a] a Jesus aber sprach zu ihm: »Mein Freund, warum bist du gekommen?« (a =Lukas.22,48*; Johannes.18,05; jl.ev11.072,17c)
       17c] Ich aber wehrte ihm und sagte: a »Judas, verrätst du also des Menschen Sohn? Dir wäre besser, nie geboren zu sein!« (a =Lukas.22,48*; mt.26,50)

    •  Johannes.18,04] Da nun Jesus alles wußte, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: »Wen sucht ihr?«
       18] Darauf wandte Ich Mich zu dem Haufen und a fragte mit starker Stimme: »Wen suchet ihr?« (a Johannes.18,04*)

    • Johannes.18,05] Sie antworteten ihm: »Jesus von Nazareth.« Jesus spricht zu ihnen: »Ich bin es!« Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen.
       19] a Der Anführer antwortete: »Jesum von Nazareth!« (a Johannes.18,05*)
       20] a Darauf gab Ich Mich mit den Worten: »Ich bin's!« ihnen zu erkennen und trat ihnen einige Schritte näher. (a Johannes.18,05*)

    • Johannes.18,06] Als nun Jesus zu ihnen sagte: »Ich bin es!«, wichen sie zurück und fielen zu Boden.
       21] a Die Schergen aber wichen zurück, weil sie von Meiner Kraft gar manches gehört hatten und sich vor dieser fürchteten, - weswegen auch von Kaiphas nur solche Knechte ausgewählt worden waren, die Mich noch nicht kannten. a Einige der zuletzt Stehenden fielen von dem Anprall der Vorderen sogar zu Boden. (a Johannes.18,06*)

    • Johannes.18,07*] Da fragte er sie abermals: »Wen sucht ihr?« Sie aber sprachen: »Jesus von Nazareth.«
       22] a Wiederum fragte Ich sie, da die Knechte zögernd und ängstlich dastanden: »Wen suchet ihr?« (joh.18,07*)

    • Johannes.18,08] Jesus antwortete: »Ich habe es euch gesagt, daß ich es sei. Sucht ihr mich, so laßt diese gehen!«
       23] Und auf die nochmalige Antwort des Anführers a wiederholte Ich: »Ich habe es euch gesagt, daß Ich es bin! Suchet ihr aber Mich, so lasset diese hier gehen!« (a Johannes.18,08*)

    • Matthäus.26,50b*] a Da traten sie heran und legten Hand an Jesus und ergriffen ihn. (a =Markus.14,46; =Lukas.22,48; jl.ev11.072,24 .28)
       24] Als nun die Knechte merkten, daß ihnen nichts geschehe, schämten sie sich ihres anfänglichen Schreckens, a drangen auf Mich ein und umringten Mich alsbald, während der Anführer ihnen zurief, nur auf Mich zu achten, da der Befehl des Hohepriesters laute, nur Mich zu fangen. (a =Matthäus.26,50*; =Markus.14,46; =Lukas.22,48)

  • Matthäus.26,51] Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, a streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. (a = Johannes.18,10*; = Markus.14,47; = Lukas.22,50gm.pred.022, S. 138)
       25] a Petrus aber, der da nun erkannte, daß ernstlich Gefahr für Mich drohe und keinerlei Wunder geschehe, Mich zu befreien, zog das stets verborgen getragene Schwert und drang zu Mir hin. Ihm stellte sich Malchus entgegen, der ihn mit dem Spieße abwehrte. Da führte Petrus einen Streich nach ihm, der dem Malchus das Ohr abtrennte. (a Matthäus.26,51; =Johannes.18,10*; = Markus.14,47; = Lukas.22,50gm.pred.022, S. 138) )

  • Johannes.18,11] Da sprach Jesus zu Petrus: Steck dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? (Matthäus.26,52; Lukas.22,51; Vaterbriefe.447)
       26] a Ich rief nun dem Petrus zu: »Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll Ich den Kelch nicht trinken, den Mir Mein Vater gegeben hat?« (a Johannes.18,11*; =Matthäus.26,52; Lukas.22,51; Vaterbriefe.447)

    Lukas.22,51] Da sprach Jesus: »Laßt ab! Nicht weiter!« Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn.
       27] Darauf wich Petrus zurück. a Ich aber berührte das wunde Ohr des Knechtes, und alsobald ward es heil. Diese Tat verwunderte die Knechte, so daß sie sich um die Jünger nicht weiter kümmerten, sondern nur bedacht waren, Mich fortzubringen. (a Lukas.22,51*)

  • Johannes.18,12] Die Schar aber und ihr Oberhauptmann und die Knechte der Juden nahmen Jesus und banden ihn (Matthäus.26,57; Markus.14,53; Lukas.22,54)
       28] Da Ich nun alles schweigend über Mich ergehen ließ, a Mir auch die Hände von ihnen ohne jedes Widerstreben binden ließ, so sprachen sie unter sich ihre Verwunderung aus, warum doch ihnen gesagt sei, die äußerste Gewalt zu gebrauchen, da doch einen solchen Menschen zu fangen nichts weniger als gefährlich sei. - Judas aber stand dabei und wartete, daß irgend etwas geschehe, wodurch die Wächter in Schrecken versetzt würden. Da aber nichts geschah, glaubte er um so sicherer, es werde sich vor dem Hohen Rate Meine Kraft schon entfalten. (a Johannes.18,12*; =Matthäus.26,57; Markus.14,53; Lukas.22,54)

    Krit. Anmerkungen zur Person und den Werken von Leopold Engel


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