Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 206


Kapitelinhalt Ein lustig's Wörtlein für die 'kleine Martha' (26.06.1844)

   01] Schreibe nur, Ich weiß schon, was du wieder hast. - Ich solle dir schon wieder einen Gelegenheitsdichter abgeben? - Nun ja, da will Ich es gleichwohl tun, obschon Mir die Maria lieber war als die Martha, aber nicht etwa irgendeine gegenwärtige Maria, sondern die Schwester des Lazarus! - Denn die gegenwärtigen Marien unter allerlei Ausschweifungen und Verkehrungen dieses Namens sind ebenso ausschweifend und verkehrt wie ihre Namen! -
Und so schreibe denn ein lustig's Wörtlein!

   02] Höre du, Meine kleine Martha! - An diesem deinem Tage Ich zu dir sage: Du bist in einer Lage, die da ist voll eitler Plage und führst darob gleichfort Klage an jedem Tage! - Sieh, das will Mir nicht gefallen allzumalen: wenn die Mutter klaget übern Kaffee, dann tut's dir auch schon weh; und ist die Suppe matt, dann wirst du glatt. Es zwicket dich ganz jämmerlich, so jemand zu dir spricht, was dich ein wenig sticht! -
   03] Sieh, das soll nicht sein bei Groß noch Klein, und es macht Mir oft darum ein starkes Leid, daß du mit Waschen und mit Bodenreiben hast so große Freud! - Im Hühnermist du manchmal ganz vergraben bist; das bringt dir manchmal wohl ein Ei, doch der Himmel ist da nicht dabei. So was mußtest du doch einmal büßen, drum hat ein Iltis dir die Freud' zerbissen; du hast dich da erstaunt gar stark über solchen blutigen Mark. Doch solch dein traurig Stutzen kam heilsam dir zum Nutzen, denn das benahm dir deine Hühnerfreud' und Mir ob solcher deiner Freud' Mein Herzeleid! -
   04] Nun laß auch nach in deiner Priesterlieb', denn sie ist dir kein geistiger Trieb; dann wirst du Mir vor allen schier am besten wohl gefallen! - Sieh, die Geistlichkeit ist nicht vom Fleisch befreit und macht Mir wenig Freud', drum hab' Ich's gerne nicht, so dein Aug'nach Priestern sticht. Wende du dafür dein Herz zu Mir in Freud und Schmerz, das wird dir nützer sein und dich um vieles mehr erfreu'n, als so Kaplan' sich vor dir bücken und dir manchmal die Hände drücken!
   05] Es ist das freilich eben keine Sünd'; doch ist's auch nicht der beste Wind auf deines jungen Lebens Meer, denn er treibt das Lebensschiff oft weit umher und verliert gar oft des Lebens Ziel, - das sag' Ich dir ganz still!
   06] Befolg' nur Meinen Rat und lieb' Mich in der Tat, dann wirst du besser fahren, denn Ich am besten kenne die Gefahren, die oft solcher Schiffer harren, denn wo sie sich's am wenigsten versehen, ist's um sie auch oftmals schon geschehen! -


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