Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


Geld und Welt (23.05.1842)

   00]

»O Herr! Kann denn die Welt
besteh'n nicht ohne Geld?
Es scheint, daß Du als Mensch kein Geld berührt;
den Beutel hat nur Judas stets geführt.
Und als die Steuer man von Dir gefordert,
da hast Du schnell den Petrus hinbeordert,
zu angeln einen Fisch, in dessen Mund
die nöt'ge Münz' er finden würd' zur Stund'!«

   01] Ja, Mein in lieber Ans.H.-W., Meine Welt sehr leicht, d.i. die Welt der wahren Liebe; aber die weltliche Welt des Eigennutzes gar nicht!
   02] Siehe, die Arbeiter wollen bezahlt sein, weil sie sonst nichts hätten, womit sie sich bei den geldsüchtigen Bäckern (und diese bei den Müllern und diese bei den Bauern usw.) möchten ein Brot anschaffen.
   03] Der Handwerker will auch gut bezahlt sein; denn sonst könnte er sich ja keine Werkzeuge anschaffen, mit denen er etwas zu erzeugen imstande wäre, und ebenfalls kein Brot. Denn die Habsucht der Menschen gibt jetzt kein Brot mehr umsonst.
   04] Der Handelsmann und der Krämer wollen ganz besonders viel Geld; denn ohne dieses bekommen auch sie nichts, damit sie handeln könnten. Und ohne Geld gibt's auch für sie kein Brot.
   05] Der Weber will auch Geld, der Schmied auch; denn es gibt ohne Geld fast nirgends mehr Brot, nicht einmal das des Bettlers.
   06] Der Staat will sehr viel Geld, wie würde er sonst die vielen, vielen Beamten bezahlen und ihnen das Brot geben für eine oft nicht schwere Arbeit, wenn sie es sich nicht mit dem vom Staate empfangenen Gelde beschaffen möchten?
   07] Du kannst jetzt denken, wie du willst; in der weltlichen Welt tut es sich ohne Geld in der (jetzigen) Zeit auf keinen Fall mehr! Ja, Ich sage dir, jetzt ist das Geld ebenso notwendig, wie Ich dem Himmel. Denn wie ohne Gott kein Ding denkbar ist, also ist auch ohne Geld jetzt wie allezeit keine Welt möglich.
   08] Es lebt und besteht aber ja jede Welt aus ihrer Gottheit. Wie aber die Himmel alle bestehen und leben aus Mir, also besteht auch alle Welt aus dem Gelde und lebt aus diesem Weltgotte.
   09] Oder sucht nicht ein jeder das, was noch kein Geld ist, sobald zum Gelde zu machen, damit der Gott der Welt desto mächtiger werde bei jedem insbesondere wie im allgemeinen?


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