Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


KapitelinhaltReiseführung (29.11.1840)

   01] Es haben sich am gestrigen Tage zwei ohne Meinen Willen - in einem weltlichen Interesse - gegen Morgen verfügen wollen - obwohl es doch füglich gewesen wäre, daß wenigstens Mein Knecht Mich zuvor um Rat gefragt hätte, ob ein solches Unternehmen ersprießlich sein möchte oder nicht (da Ich doch nie zurückhaltend war mit Meinem Rate bei was immer für einer Gelegenheit!) - So aber habe Ich wollen, daß ein solches Unternehmen nicht ausgeführt werden mochte, da es nicht gewesen wäre nach Meinem Willen, darin doch nur allein das wahre Glück allzeit und in allen Gelegenheiten zu finden ist - und ganz besonders für jene, welche schon mehr oder weniger den Weg gefunden haben dahin, wo Mein Wille sich treulich kund gibt, und zwar, wie ihr wißt, allzeit in wohlverständlichen und vernehmlichen Worten.
   02] Damit ihr aber auch wisset, warum Ich die zwei in ihrer Reise habe verhindern lassen, so will Ich euch anzeigen, daß Ich dadurch euch eine große Wohltat erwiesen habe. Denn es wären beide nicht mit gesunden Körpern wieder zurückgekommen.
   03] Da ein jeder Mensch, sei er gut oder böse, allezeit den freien Willen hat in seinem Handeln, so kann Ich auch den Bösen so wenig wie den Guten in seiner Handlung hindern. Und so wäre es denn geschehen, daß ihr auf dem Wege von Lebring (so nennt ihr den Ort) bis Straß (das ist der Ort, da ihr zu bleiben gedachtet) in die Hände eines bösen, sich dort aufhaltenden Gesindels gefallen wärt und hättet viel zu tun und zu kämpfen gehabt, um dieses Gesindel los zu werden; und hättet dadurch auch, vermöge des darob entstandenen Ärgers, geistigen Schaden gelitten.
   04] Um also für euch ein solches Ungemach zu verhindern, machte Ich nur ein Rad (eures Wagens) unbrauchbar, und zwar an einer Stelle, da links und rechts ziemlich weit und breit an keine Reparatur zu denken war - wodurch ihr dann genötigt waret, in eure sichere Heimat zurückzukehren.
   05] Sehet, wer nicht beständig mit Mir wandelt, der geht gar oft seinem Unglücke blind in die Arme und ahnt nichts von selbem, bis es ihn durch und durch gefangengenommen hat! - So aber Ich mit bin auf irgendeiner Reise oder anderartigen Unternehmung, so werde Ich es nie zulassen, daß demjenigen, der an Meiner Seite wandelt, auch nur ein Haar gekrümmt werde!


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