Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 2

Kapitelinhalt 22. Kapitel: Die neue Hütte Gottes bei der Familie Gabiel. Purista, die erste Köchin des Herrn. Die drei Töpfe auf dem Feuer der neuen Hütte.

   01] Und die drei fielen dem Abedam zu den heiligen Füßen und priesen und lobten Ihn in der sprachlosesten Zerknirschung ihrer Herzen, und es war die Stätte befeuchtet von Tränen ihrer Freude und ihres Dankes. Und der Abedam beugte sich zur Erde nieder und erhob sie alle alsbald wieder, richtete sie auf und flößte ihnen Mut und Beharrlichkeit in ihre Herzen.
   02] Als die drei nun wieder wortaufnahmefähig wurden, da der Abedam Selbst zu dem Behufe das Feuer ihrer Herzen ein wenig dämpfte, sagte Er in liebreichster Stimme zu ihnen:
   03] »Wie ihr nun seid vor Mir und Ich durch die Liebe in euch und ihr also auch in Mir, also auch bleibet fortan, so werdet ihr Mich nie vermissen; denn wie ihr sein werdet bei Mir und in Mir, also werde auch Ich sein und bleiben bei euch und in euch fürder und fürder, und eures Friedens und eurer Ruhe wird nimmerdar ein Ende sein!
   04] Ich sagte aber zu dir, Gabiel, du sollest Mir neben deiner Hütte eine neue Hütte errichten, darinnen Ich zu öfteren Malen Herberge nehmen würde; siehe, nun ist die Hütte schon erbaut! In euren Herzen habt ihr Mir diese Wohnstätte bereitet; das ist eine wahrhaft neue Hütte für Mich, in der allein es Mir nur wohlgefällt, Herberge zu nehmen.
   05] Welche andere Hütte hättet ihr Mir auch errichten können?!
   06] Zum Zeichen aber sollt in eurer Heimat ihr auch wirklich schon eine Hütte treffen, welche Ich jetzt errichtet habe. In diese soll niemand von den Männern mit bedecktem Haupte treten, und die Weiber aber sollen ihr Angesicht verhüllen, so sie in diese Hütte treten möchten; denn sie ist rein und heilig, und ist überfest. In der Mitte dieser Hütte werdet ihr einen Altar finden, über welchem ein unauslöschliches Feuer lodern wird und wird geben von sich einen großen Schein bei Tag und bei der Nacht, und es werden allzeit lichte Wolken entsteigen himmelwärts dieser hellen Flamme entlang.
   07] Du, Meine allerreinste Purista, aber sollst Mir, sooft Ich zu euch kommen werde, auf diesem Herde der Liebe ein köstlich duftend Mahl bereiten; und es ist dir allein gestattet, offenen Antlitzes daselbst dein Geschäft der reinen Liebe zu Mir zu verrichten!
   08] Wann du aber für Mich eine Köchin machen wirst, da sammelt ihr zuvor frisches, reines Holz; und so Ich kommen werde zu den verschiedensten Zeiten - meistens unerwartet -, müßt ihr schon mit allem versehen sein, um Mich gehörig zu bewirten!
   09] Darin aber soll das Zeichen bestehen, daß ihr an der Flamme allzeit merken werdet, wie euer Herz vor Mir bestellt ist!
   10] Das reine, frische Holz soll die stets erneute und vermehrte Liebe eures Herzens bezeichnen und das zu bereitende Mahl eure gänzliche Hingebung und vollste Ergebung in Meinen Willen.
   11] Wahrlich, so ihr solches halten werdet, werde Ich als froher Gast nicht ermangeln, oft, oft, oft bei euch eine gute Mahlzeit zu nehmen; würde oder könnte aber das Feuer in eurem Herzen erlöschen, so wird auch auf dem Herde der reinen Liebe die Flamme matter und matter werden - und Ich ein seltener Gast bei euch!
   12] Glücklich seid ihr alle, da ihr esset das Brot aus Meiner Hand als Kinder dankbar; aber unaussprechlich glücklich ist der, zu dem Ich komme als Gast, darum er hält für Mich einen schon beständig wohlbereiteten Tisch und ein wohlschmeckendes Gericht auf demselben und läßt darum nie ausgehen die Flamme auf Meinem Herde, sondern unterhält sie nur lebhafter und lebhafter, - und so Ich auch verzöge und käme nicht sobald, er aber nur um so eifriger wird um den Herd in der Hütte alles Lebens.
   13] Wahrlich, so Ich dann unverhofft kommen werde und werde treffen Meinen Gastwirt in der vollsten Tätigkeit um Meinen Herd in Meiner Hütte, - Ich sage: wahrlich, wahrlich, seines Lohnes und seiner Freude wird nimmerdar ein Ende werden!
   14] Und also mache Ich euch drei nun zu einem solchen Gastwirte und gebe euch dazu eine Hütte, gemacht aus der Hütte eurer Herzen, und einen fertigen, allzeit feuerreichen Herd, der da ist gleich der unerschütterlich festen Treue, wie die Flamme auf demselben gleich der Flamme der reinen Liebe in euren Herzen zu Mir.
   15] Bleibet Mir aber alsofort getreue Verwalter dieses euch anvertrauten Heiligtums im Morgen, so werdet ihr euch gar bald überzeugen, welche Fülle des Segens aus dieser Hütte hervorgehen wird über den ganzen Morgen und über alle Nachbarn des Morgens!
   16] Und du, Meine liebe, reine Purista, du bleibst Meine Köchin in der Küche der Liebe und am Herde des ewigen Lebens, - Ich aber werde dein Gast sein!
   17] Wem ihr aber immer Speise und Trank reichen werdet in Meinem Namen, dem werdet ihr es also geben, als wenn ihr Mir Selbst ein Mahl bereitet hättet.
   18] Ich aber werde es also ansehen und euch dafür segnen, als hätte Ich Selbst das Mahl verzehrt; wer aber aus dieser Hütte eine Kost nehmen will der solle, mit frischem Holze beladen und wohlversehen, sich dahin kehren.
   19] Wer da leer kommen wird aus- wie inwendig, der soll auch leer wieder heimkehren!
   20] In der Hütte aber wirst du, Meine liebe, reine Purista, in gerechter Menge der reinsten Gefäße antreffen. In diesen sollst du die in eurem erweiterten Garten reichlich vorhandenen Früchte in der Art, als die da waren, welche du erstaunt dem Adam als eine Morgengabe überreichtest, zu drei und drei in reinem Wasser sieden und sollst hinzusetzen einen großen Topf für Mich Tag für Tag, Morgen für Morgen, Mittag für Mittag, und Abend für Abend, und also auch einen nicht minder großen Topf für jeden, der da Kost nehmen will in gerechter und wohlwürdiger Weise; und für dich und deine Alten sollst du aber nehmen den kleinsten Topf und sollst legen hinein die kleinsten Früchte.
   21] Wenn aber dann die Früchte werden weich und süß genug verkocht sein, da nimm den fremden Topf und stelle ihn zuerst vom Feuer! Dann tue desgleichen mit dem deinen; den Meinen jedoch sollst du nicht eher vom Feuer rücken, als bis Ich entweder Selbst kommen werde oder jemanden senden werde in Meinem Namen, der da Meine Kost entweder selbst verzehren, oder sie verteilen wird an euch alle in Meinem Namen!
   22] Und also segne Ich euch nun neu in diesem neuen Geschäfte; verwaltet es getreu, so werde Ich euer euch allzeit segnender Gast verbleiben hier, wie einst jenseits in Meinem großen Vaterhause! Amen.«


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