Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 4, Kapitel 2

Das Schicksal der Orte Palästinas.

01] (Der Herr:) »Seht, Ich habe es darum schon vorgesehen, daß die Orte, die wir nun besuchen, schon in hundert Jahren nicht mehr dasein werden, auf daß mit der Zeit mit ihnen keine zu derbe Abgötterei getrieben werden soll!
02] Mein Nazareth wird man nicht mehr finden, wohl aber ein anderes überm Gebirge von hier gegen den Untergang (Abend = Westen). Genezareth wird erlöschen, nur Tiberias diesseits des Meeres wird bleiben. Cäsarea Philippi, da wir nun sind, ist schon erloschen, aber es wird eines bleiben ober dem Merom (See), daher der Jordan kommt, und eines im Abende unfern des großen Salzmeeres, unweit da Tyrus und Sidon steht. Das Land Samaria aber wird nur in dem Teile von hier gen Mittag (= Süden} bis ans große Meer bleiben, der kleine Teil, der mehr gen Morgen liegt, mit dem wahren Sichar und dem wahren Berge Horeb, wird verwischt werden, und die späten Nachkommen werden es suchen und finden unweit vom großen Meere; aber es wird nur der Name noch sein und ein schroffer Berg, aber die Wahrheit nicht. Und also wird es auch ergehen mit Jerusalem und noch gar vielen Orten des Gelobten Landes, das vielfach in eine Wüste wird verwandelt werden.
03] Merket euch alles dieses wohl; denn es wird also geschehen, auf daß die Menschen über dem Vergöttern dieser Orte die Stimme ihrer armen Brüder und Schwestern nicht zu sehr überhören! Sie sollen darüber alle verwirrt werden! Sie sollen im falschen Nazareth Meine Hütte suchen und dumm werden; denn das rechte Nazareth wird bald, nachdem Ich werde aufgefahren sein in Mein Reich, von dem Boden der Erde vertilgt werden.
04] War da nach Eitlem forschen wird, der wird auch Eitles finden und sterben daran; wer aber das echte Nazareth im Herzen suchen wird, wird es finden in jedem armen Bruder und ein echtes Bethlehem in jeder armen Schwester!
05] Es werdenZeiten kommen, in denen die Menschen hierher ziehen werden von weiter Ferne und werden suchen diese Orte. Die Namen werden wohl bleiben, - aber die Orte nicht! Ja, die Völker in Europa werden Krieg führen um den Besitz dieser Orte und werden meinen und glauben, Mir einen guten Dienst damit zu erweisen; aber daheim werden sie ihre Weiber und Kinder und Brüder und Schwestern verschmachten lassen in Armut, Not und Elend!
06] Wenn sie dann aber drüben zu Mir kommen werden, um den vermeinten Lohn für ihre Mühe und Aufopferung zu empfangen, da werde Ich ihnen ihre große Torheit offenbar werden lassen und ihnen zeigen, welch ein Elend sie durch ihre von Mir nie gebotene Torheit unter den Menschen angerichtet haben, und zunächst unter denen, die ihrer Sorge auch zunächst anvertraut waren, als da sind die armen, schwachen Weiber, Kinder und sonstige der Hilfe Bedürftige des Hauses! Und es wird ihnen bedeutet werden, daß sie nicht eher ans Licht Meiner Gnade kommen werden, bis sie all das von ihnen angerichtete Übel vollends werden gutgemacht haben, - was ihnen sehr schwer gehen wird, da sie dazu nur höchst dürftige Mittel besitzen werden im schwachen Dämmerlichte des Geisterreiches über und unter der Erde.
07] Ich sage es euch: Der großen Torheit der Menschen wegen werden diese Orte einem Heidenvolke überantwortet werden. Und Ich werde durch jene Heiden die falschen Bekenner Meiner Lehre geißeln lassen im Aufgange und Untergange, im Mittage und in den Gegenden der Mitternacht.
08] Trachtet darum, daß nicht Torheit und blinder Aberglaube Platz greife inmitten Meiner Lehre des Lebens und der wahren Gotteserkenntnis auf dem alleinigen Wege der werktätigen Liebe; diese wird jedermann geben das wahre Licht und die rechte und unbegrenzte Anschauung aller Dinge der Natur- und Geisterwelt! Dies ist und bleibet ewig der allein wahre und wirksame Weg zu Mir und in Mein ewiges Reich.
09] Ich als die Liebe von Ewigkeit bin allein das Licht, der Weg, die Türe und das ewige Leben; wer anderswo in Mein Reich des Lichtes eindringen will, ist gleich wie ein Dieb und ein Räuber und wird in die äußerste Finsternis hinausgestoßen werden schon dies- und noch mehr erst dereinst jenseits. - Nun wisset ihr, was ihr zu tun habt, und was vor Mir Rechtens ist. Tat danach, und ihr werdet des rechten Weges wandeln!
10] Nun aber wollen wir zu den neun Ertrunkenen übergehen, und du, Markus, lasse Wein hintragen; denn dessen werden wir bedürfen!«

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