Jesus Christus: 'Himmelsgaben', Band 3, S. 219


Kapitelinhalt Im Kreuze keimt das ewige Leben für Seele und Geist (Greifenburg, 11.09.1846)

An Carl R. v. Leitner.

   01] Höre Mich, du Mein Freund und Bruder, aus deinem wohlgezierten Herzen! Mache dir aus deinem etwas geschwächten Fuße nicht viel, mit der Zeit wird es schon besser werden mit ihm. Siehe, alles ist gut, was Ich gebe; aber das Beste unter allen Meinen Gaben ist das Kreuz, denn in diesem keimt das wahre ewige Leben für Seele und Geist! -
   02] Wenn die Bäume viel Blätter treiben, dann kommt wenig oder wohl gar keine Frucht zum Vorscheine; sehen aber die Bäume mehr mager und kränklich aus, dann geben sie viel Frucht. - Siehe, also ist es auch mit dem Menschen, solange er lebt auf dieser Erde. Ist sein Leib recht frisch und gesund, da fühlt er wenig von einem Bedürfnisse nach Mir und läßt Mich bald, wie die Welt sagt, einen sogenannten ,guten Mann' sein. Aber bei einer kleinen Leibeskrankheit, besonders wenn diese die irdischen Ärzte nicht beheben können, wird der Mensch wie mit einem Bande an Mich wieder angezogen und fängt wieder an, bei Mir Hilfe zu suchen, was für seinen Geist sehr heilsam ist. Denn also fängt dieser wieder an zu wachsen von innen und arbeitet an künftigen Fruchttrieben fürs ewige Leben, was in sich viel besser ist, als ein vollends gesunder Leib mit einem nahe toten Geiste, aus dem keine Frucht zum ewigen Leben knospet.
   03] Siehe, aus dem Grunde belasse Ich auch dir dein kleines Fußübelchen, das wahrlich in nichts anderem besteht, als in einem ganz leichten Bändchen, das Ich ganz sanft nur um deinen Fuß geschlungen habe, auf daß Ich sozusagen eine Handhabe in Meiner Hand habe, um dich wahrhaft am Gängelbande über die Pestgefilde der Welt hin zum ewigen Leben zu leiten! Daher ist auch dieses Bändchen etwas hartnäckig und läßt sich weder so ganz durch eine Salbe wegschmieren, noch durch ein Bad wegwaschen! - Wann es aber an der Zeit sein wird, werde Ich dich schon ganz gratis vollkommen freilassen.


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