Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


KapitelinhaltWeiteres vom Atmen der Pflanzen (08.12.1840)

   01] Vermöge der Übergänge in der Naturwelt werdet ihr auch Pflanzen finden, welche sich dem Tierreiche nähern. Und sehet, diese Pflanzen haben denn auch mehr oder weniger in ihren Organen mit den Organen der Tiere Gemeinschaft. Und auf dieser Stufe werdet ihr auch Pflanzen finden, die - fast den Tieren ähnlich - mit den Kelchen ihrer Blüten kleine Tiere förmlich, wie man zu sagen pflegt, mit Haut und Knochen verzehren.
   02] Solche Pflanzen, die so eine gröbere Nahrung von außen her in sich nehmen, müssen dann auch im Innern mehr Mägen und andere Verdauungsorgane besitzen. Und so besitzen auch einige - nebst den kleinen sonderheitlichen Mägen, die unter dem Blumenkelche sich vorfinden - noch einen Hauptmagen in der Mitte der Pflanze, andere an der Stelle, da sie aus der Erde zu ragen anfangen.
   03] Wenn denn aber eine solche Pflanze mit einem solchen Magen versehen ist, seht, da muß sie andererseits mit einer der Beschaffenheit der Pflanze entsprechenden Lunge versehen sein. Damit ihr aber einsehet, warum dieses so sein muß, so müßt ihr zuvor einen Blick auf das Atmen der Tiere werfen.
   04] Das Tier atmet nicht nur allein des chemischen Prozesses wegen, sondern es atmet auch noch ganz vorzüglich darum, weil es gröbere Nahrung in sich nimmt, damit es fester werde in seiner Beschaffenheit. So muß der Magen, der sich allezeit unweit der Lunge befindet, auch immerwährend durch die Ausdehnung der Lunge und anderer mit der Lunge durch die Arterien verbundener Organe gerüttelt und gewisserart, nach eurem Kunstausdrucke, »frottiert« werden, damit die harte Speise in demselben immerwährend umgerührt wird, sich in ihren Teilen reibt und durch diese Reibung selbst die zur Verdauung gar so notwendige elektrische Wärme erzeugt.
   05] Sagt ihr doch selbst: »Ich habe mir mit einer Speise den Magen verdorben« oder »ich habe mir den Magen verkühlt.« Das will nichts anderes sagen, als daß ihr eine der Beschaffenheit eures Magens und der Tätigkeit eurer Lunge zu harte Speise zu euch genommen habt; oder ihr habt eine Speise zu euch genommen, die vermöge ihres negativen Verhältnisses zu wenig positiv elektrisch ist und durch sich nicht leichtlich zu irgendeiner Gärung gelangen kann.


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