Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


KapitelinhaltWahre Nächstenliebe (20.11.1840)

   00] An Anselm H.:
   01] Die Nächstenliebe besteht nicht in den Augen, noch im Ton der Rede, noch in sonst etwas Äußerlich-Vergnügendem - sondern die wahre Nächstenliebe besteht lediglich im (wahren) Wohltun, besonders gegenüber solchen, von denen an keinen wie immer gearteten Gegendienst zu denken ist.
   02] Wo immer die Liebe noch einen anderen Nebengrund hat, da hört sie auf, eine wahre, reine Nächstenliebe zu sein und ist dann gleich einem gewässerten Weine, in dem keine Kraft, kein »Äther des Lebens« mehr inne ist, sondern der ein »Panschicht«, eine Ware schlechter Gastwirte ist! - Verstehe es wohl!
   03] Wer aber kann zweien Herren dienen!? - Siehe, Ich und die Welt sind äußerst scharf begrenzte zwei. - Daher lieber Mir, dem Einen, ganz (gehören und dienen) - da Ich durchaus keinen Nebenbuhler dulde!
   04] Wohlzutun ist also schon recht - aber nur in Meiner Ordnung! - Amen.

KapitelinhaltVom Atmen der Naturwelt (22.11.1840)

   00] Frage: »Atmen die Pflanzen auch, und wie?«
   01] Nicht nur die Pflanzen, ja sogar die Steine atmen - jedes nach seiner Art!
   02] So ihr die Tiere nach der Reihe durchgehet, werdet ihr finden, daß jedes Tier atmet. Aber das Atmen ist jedem Tiere auf eine besondere Weise eigen, wie die Art und Gattung es bedingt. Anders Atmet das Pferd, anders ein Stier, anders ein Hund, anders eine Katze, und so jedes vierfüßige Tier auf seine Weise. Denn obschon das Atmen in nichts anderem besteht als in dem Insichziehen und Wiederhinausstoßen der Luft (wobei immer der zum Leben eines Tieres nötige Stoff aufgenommen und darauf der untaugliche alsogleich hinausgestoßen wird), so ist aber doch die Art und Weise verschieden, wie die Luft in sich gezogen, daselbst chemisch zerlegt und das Unbrauchbare wieder hinausgestoßen wird.


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