Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1


   33] Sehet, diese euch nun gegebene Lehre ist gar wichtig, und ohne sie könnt ihr nicht leichtlich zu der inneren Festigkeit eures Glaubens gelangen, und eure Liebe würde beständig ein in sich selbst zurückkehrender Kreislauf bleiben. Allein so ihr wißt, daß euch die Vereinigung mit Meiner Liebe in den unendlichen Kreis Meines ewigen Wirkens aufnimmt, so könnt ihr denn auch mit größter Sicherheit den Schluß machen, daß da neben der Unendlichkeit Meines Wirkens wenig Raum bleiben wird, wohin sich eine Lüge verbergen möchte. Denn wer sich vom Lichte absondert, der wird freilich nur auf einer Seite erleuchtet sein und auf der entgegengesetzten Seite einen Schatten entdecken, der ein lichtloses Trugbild der eigenen Selbständigkeit ist, wer aber in der Mitte der leuchtenden Flamme Meiner Liebe sich befindet - fragt euch selbst, ob auch da irgendein Schatten möglich ist?
   34] Daher macht Mich durch den Glauben in eurer Liebe zu eurer Liebe, damit euch das Licht umfasse und durchdringe und ihr selbst zum Lichte werdet aus Mir. - Das sage Ich, die Ewige Liebe und Wahrheit. Amen.

KapitelinhaltÜber Leben, Tod und Liebe - Weiteres von der Andritz-Quelle (15.11.1840)

   01] Was dir als Meinem Knechte die dir allein sichtbare (Quellen-)jungfrau gesagt hat, als du sie in dir bei dem Stege gefragt hast, ob sie ferner etwas über die Quelle mitteilen werde, das diene auch hier als ein guter Eingang. Nämlich: »Es ist nur Einer, und nur dieser Eine kann allein sprechen. Und wenn dieser Eine spricht, da schweigt ehrfurchtsvoll die ganze Natur; denn sie versteht keines Wesens Wort, außer das Wort dieses Einzigen.«
   02] Seht, das ist ein recht guter und passender Eingang, denn es kann nichts Lebloses eine Sprache führen und auf irgendeine Weise Rede und Antwort stehen; sondern Ich allein, der Ich das Leben Selbst bin und somit lebendig durch und durch, kann lebendig machen, was Ich will und was Ich ansehe und kann dem Steine selbst geben Augen und Ohren, einen Mund und eine geläufige Zunge, zu sprechen die Sprache, die Mir wohlverständlich ist wie auch jenem, dem Ich das Verständnis geben will.


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