Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 102


   09] Sehet, nun ist die Zeit der »kleinen Zeit« gekommen! (Im Gegensatz zu der »großen Zeit der Zeiten« bei der Menschwerdung des Herrn.) Wer sie wohl beachtet, dem werden große Dinge werden in Ewigkeit. Wer sich aber daran ärgern und Bedenken tragen wird über Meine Treue, dem wird die »kleine Zeit« bald verrinnen und die große des ewigen Zornes wird ihn ergreifen! - Daher: entweder - oder! - Wie jemand will, so tue er es! - Wir aber werden uns allezeit treffen. Amen. Das sage Ich, die Ewige Liebe und Weisheit. Amen, Amen, Amen!

KapitelinhaltDie innere Leibesgestaltung der Tauben und andern Vögel (23.08.1840)

(Fortsetzung der Kundgabe vom 16.08.1840).
   01] Was da die innere Einrichtung einer Taube und das Fliegen derselben betrifft, so ist alles dieses gleich wie bei jedem anderen Bewohner der Luft.
   02] Ihr Äußeres ist bedeckt mit Flaum und kleineren und größeren Federn. - Ihr Inneres aber besteht in einem menschenähnlichen Herzen, in einem eigentümlichen Magen, in den Gedärmen wie auch in einer ziemlich weiten Lunge und Leber, welche Eingeweide durch die notwendigen leichten Glieder von der oberen Seite und, zur Hälfte, am unteren Teile, nur durch eine weiche Haut eingeschlossen sind.
   03] Das Herz hat in natürlicher Hinsicht dieselbe Verrichtung wie das Herz des Menschen und alles warmblütigen Getieres, ebenso auch die Lunge. Jedoch was den Magen und die Leber betrifft, so besteht da ein großer Unterschied zwischen denen der Taube und denen des Menschen sowie des anderen warmblütigen Getieres.
   04] Was die übrige Fleischmasse eines Vogels betrifft, so besteht das Fleisch meistens aus weichen, leichten und weißlichen Fasern, welche durch ein feines, nervenartiges Gewebe miteinander verbunden sind, vermöge welcher Verbindung es einer größeren Ausdehnung und Zusammenziehung fähig ist als das Fleisch der anderen Tiere.
   05] An dem Leibe (der Vögel) sitzt, meistens auf einem langen Halse, ein kleiner Kopf, versehen mit außerordentlich scharfen Sinnen. Denn da sieht ein Adler, wie auch fast jeder Vogel, mit seinem Auge besser, als ihr durch ein gutes Fernrohr. Ebenso übertrifft sein Gehör das eurige bei weitem. Seine Geruchsorgane sind schärfer als die Organe des besten Spürhundes. Denn damit nimmt ein Adler ein mehrere Tagreisen weit liegendes Aas wahr und weiß genau die Richtung, von welcher Seite die stinkenden Dünste der Verwesung an seine Geruchsnerven gelangen. Desgleichen ist auch sein Geschmack so stark, daß er sogar die Würze und das ihm zusagende Salz in den festesten Steinen wahrnimmt.


Home  |    Inhaltsverzeichnis 'Himmelsgaben' Band 1  |   Werke Lorbers