Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 30


   20] Ich, Jesus, der wahre Christ voll Liebe und Weisheit! Amen.

KapitelinhaltDas vornehmste Gebot (02.06.1840)

   00] Auf eine Anfrage (über mk.12,30): »Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und mit allen deinen Kräften! - Das ist das vornehmste Gebot.«
   01] O ihr, Meine lieben Kinder! So kleine Dinge begreift ihr nicht, die doch euer tägliches Brot sind und sein sollen?! Sagt, wie werdet ihr denn dann Größeres verstehen, etwa ein Evangelium der Kräuter, der Pflanzen, der Sträucher, der Bäume und all des Grases, so auch der Steine, der Erde, des Wassers, der Luft, des Feuers und all der Gestirne, wie auch all der Tiere, welches alles zeugt von Mir!? Und wie viel weniger werdet ihr hernach erst fassen Unbegreifliches, Geistiges und Himmlisches!? Wie wollt ihr einst speisen an der großen Tafel Abrahams, so alle eure Zähne (Weisheit aus dem Glauben des Wortes) hohl geworden sind von den Weltsüßigkeiten und somit unfähig, euer tägliches Brot zu verkauen, um welches ihr doch täglich in Meinem Gebete bittet (leider die große Menge ums Brot der Würmer!)!?
   02] Sehet, die Ursache ist: Da ihr mehr liebt die Weisheit denn die Liebe und habt deshalb wenig Liebe und darum auch ebensowenig wahren Verstand als gerechte Mitgabe der Liebe.
   03] Liebtet ihr Mich aber zunächst wie die Kinder ihre Eltern vor der Zungenlöse, oder wie eine rechte Braut ihren Bräutigam vor der eigentlichen näheren Bekanntschaft - dann würden Ströme des Lichtes aus euren Lenden fließen!
   04] Daher müsst ihr umgekehrt werden und zuerst lieben! Dann wird euer Glaube lebendig werden. Sonst aber wird euer Kopf angestopft mit allerlei, gleich dem Magen eines Ochsen, und euer Herz aber wird leer bleiben wie ein Windbeutel. - An euren Kindern aber sollt ihr euren Irrtum gutmachen - und dann werden wie sie.


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