Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 1, Seite 22


   07] Daß da (im Soldatenstande) wenig Religion anzutreffen ist, das weiß ich wohl, auch daß dort die Ausschweifungen offenbar ärger sind als bei dem Bürgerstande. Aber dafür ist auch die Schuldstrafe strenger als die der Bürger. Und so wird doch manches verhütet, was bei dem Bürger oft freien Lauf hat.
   08] Übrigens ist Mir die Religion, wie sie im allgemeinen unter euch ist, ebensogut wie gar keine. Denn wo nichts ist, da läßt sich noch etwas errichten, was da gut sein kann. Wo aber nur Schlechtes ist, da hat wenig Gutes mehr Platz. Alles Weltliche aber ist zugleich Höllisches und daher auch angefüllt mit allerlei Grausamkeiten, deren Lohn früher oder später nicht unterm Wege bleiben wird, so beim Bürger wie beim Soldaten.
   09] Jedoch Meine Kinder sollen sich um nichts sorgen! Denn Ich habe den Unterdrückten und Notleidenden vieles zu geben, so sie nur zu Mir kommen wollen. Und die da auf der Welt Meinetwegen etwas verloren haben, so oder so - die werden es unendlichfältig wiederfinden dereinst im Schoße ihres guten, heiligen Vaters. - Amen.

KapitelinhaltWie sollen wir die Propheten lesen, um sie recht zu verstehen? (26.05.1840)

   01] Solche Fragen könnte ihr immerhin an Mich richten, wenn es euch ernst ist, Meine Wege erleuchtet zu sehen. Und werde Ich euch darauf auch keine vollbestimmte Antwort geben, so wird aber doch ein Strahl durch alle Engelshimmel hindurch - von Mir ausgehend - euer Herz erleuchten und euer Verstand wird schauen und empfinden große, wunderbare Dinge des neuen Lebens aus Mir in euch, welches alles ist eine Wirkung Meiner Liebe in euch, wie auch alles auf den Erdkörpern eine Wirkung der Sonne ist, durch Meine Gnade.
   02] Und seht daher, so ihr einen Tropfen Wassers aus dem uferlosen Meere Meiner Gnade lest in den Propheten, müsst ihr ein starkes Vergrößerungsglas (nämlich das der Demut) nehmen - und dann den Tropfen auf die Tafel eures Gewissens stellen und darunter anzünden eine Lampe, angefüllt mit dem Öle des lebendigen Glaubens, damit die leuchtende Flamme stark zu brennen anfängt. Und so dann über dieser heißen Liebesflamme eure Gewissenstafel wird glühend geworden sein und ihr Bläschen werdet aufsteigen sehen, dann nehmt das Vergrößerungsglas und seht damit den gischenden Tropfen an, und ihr werdet zahllose Wunder an und in ihm entdecken!


Home  |    Inhaltsverzeichnis 'Himmelsgaben' Band 1  |   Werke Lorbers