Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 2

Kapitelinhalt 51. Kapitel: Abedams Rede über das Licht. Der allmächtige Gott und der liebevolle Vater in Abedam.

   01] Und der Abedam machte Sich zum Gehen und sagte, zum Garbiel Sich wendend: »Also folgt Mir! Wahrlich, Ich sage euch, wer Mir folgt, der wandelt einen rechten Weg und wird nicht irre werden auf dem Pfade des Lebens hin zum Leben!
   02] Wer aber mag da ohne Licht wandeln durch einen gedehnten Waldweg in der dichten Nacht?!
   03] Die Welt aber ist der Wald, und des Menschen irdisches Leben der Weg, und die Zeit der Körper ist die dichte Nacht.
   04] Wer da kein Licht hat, wird der wohl den gerechten schmalen Mittelweg treffen, der da allein nur wahrhaft führt den Wanderer hin zum heiligen Liebeziele, welches da ist das ewige Leben?!
   05] Ich aber bin ein wahrhaftes, untrügliches Licht Selbst und bin der Weg und das ewige Leben Selbst.
   06] So ihr demnach Mir nachfolget, da habt ihr des Lichtes in großer Menge, und es wird euch ewig nimmer möglich sein, den rechten Weg zu verfehlen, da das Licht der Weg selbst ist, und ihr werdet auch nimmer können verfehlen das heilige Liebeziel, welches ist das ewige Leben, da der Weg und das Licht das heilige Liebeziel selbst sind, welches da ist das wahrhafte ewige Leben.
   07] Daher auch folgt Mir alle, und fraget nicht, wohin! Denn da, wo Ich bin, ist überall der rechte Ort und überall das ewige Leben.
   08] So aber da jemand ein Licht nähme zur Nachtzeit und möchte es stellen bald auf einen Berg, bald in ein Tal und bald an verschiedene Orte, - wird sich da das Licht irgend ausnehmen, als wäre es nicht am rechten Platze?
   09] Ich sage euch aber: Das Licht paßt überall hin; denn wer kann da behaupten und sagen: Diese oder jene Stelle taugt nicht für das Licht des Tages, nicht, dahin die Sonne spendet ihre Strahlen?!
   10] Also auch ist es mit dem Lichte des Geistes, - darum da auch niemand fragen soll, so das Licht kommt über ihn, ob es tauge oder nicht tauge für ihn, oder ob er würdig sei des Lichtes oder nicht!
   11] Sondern, wenn das Licht kommt, dann ergreife es jeder behende und lasse sich dienen das Licht! Denn so das Licht da ist, da ist es da, um allen zu dienen; ist es aber einmal hinweggestellt worden oder untergegangen, da wird der Würdige nicht minder als der Unwürdige den Mangel des Lichtes gar trauernd empfinden.
   12] Und er wird den Aufgang (der Sonne) herbeirufen; aber der Aufgang wird dann sehr verzögert werden, und diese Zögerung wird jedem werden zu allen Zeiten zu einem großen und sehr harten Steine des Anstoßes.
   13] Wehe aber denen, die am Tage fallen und wollen sich nicht aufrichten lassen vom Lichte, solange dasselbe unter ihnen wandelt!
   14] Wahrlich, sage Ich euch, sie werden hart aufstehen, wenn die Nacht sie ereilen wird!
   15] So aber da jemand fällt in der Nacht, ist es dem nicht zu verzeihen?!
   16] Ja, Ich sage es euch: Die in der Nacht Gefallenen werden sich ehedem und leichter aufrichten, wenn des Tages Licht kommen wird, als diejenigen, die da fallen am hellen Tage und sind zu träge, auf daß sie sich alsbald wieder aufrichten möchten, damit das Licht sie bringen könnte zum heiligen Liebeziele.
   17] Ich sage euch daher noch einmal: Ergreifet das Licht mit euren Herzen, solange es unter euch ist; denn die Zeit des Lichtes ist kurz, - aber überlang die Zeit der Nacht!
   18] Welcher es aber jetzt ergreifen wird, der wird dann aber daran auch ewig nimmer einen Mangel leiden.
   19] Erkennet es aber endlich auch vollkommen, daß Ich Selbst es bin: das Licht alles Lebens und das urewigste alleinige Leben Selbst!
   20] So ihr solches erkennet in euren Herzen, so habt ihr das Licht und das Leben schon in euch völlig aufgenommen.
   21] Was aber ist das Licht und das Leben, das heilige, das ewige?
   22] Gott Selbst ist das Licht; und die ewige Liebe in diesem Lichte ist das ewige Leben, und ist der Vater, von dem du, Garbiel, vorher, als du Mir dein letztes Wort aus deiner großen Ahnung gabst, aussagtest und wohl bekanntest, daß Ich ein Vater sei!
   23] Ja wahrlich, sage Ich euch, Ich bin der alleinig wahre Vater, und ihr alle seid Meine Kinder, so ihr Mich als Vater anerkennet!
   24] Wer Mich aber nicht als Vater wird anerkennen wollen - und das völlig im Herzen -, dem werde Ich sein, was Ich bin dem Steine, nämlich ein ewig richtender Gott und Schöpfer!
   25] Meine Kraft, Macht und Gewalt ist ohne Ende - also spricht Gott für Sich -, wer wird und will Mir widerstreben?
   26] Aber der Vater schmiegt Sich zu den Kindern und verbirgt vor ihren furchtsamen Augen den allmächtigen Gott, damit sie Ihn alle in ihren Herzen ergreifen möchten und folgen Seinem wahren Vaterrufe.
   27] Sehet, Ich Selbst bin der Vater und rufe euch, Mir zu folgen!
   28] Daher zaudert nicht, ihr Meine Kindlein, und folgt Mir; denn Ich bin ja euer aller heiliger und liebevollster Vater!
   29] Höret, und folgt Mir! Amen, Amen, Amen.«


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