Jakob Lorber: 'Die Haushaltung Gottes', Band 2

Kapitelinhalt 46. Kapitel: Wie man beten soll. Vom Wesen Gottes und des Lebens.

   01] Und alsbald stürzten alle, von der höchsten Liebe entflammt, hin zum Abedam; Er aber umfing sie alle, segnete sie und drückte sie dann auf Seine Brust und sagte dann zu all den Umstehenden: »Kinder, sehet hierher alle, die ihr hier seid: Also, wie der Adam und diese Familie Garthilli nun an Meiner Brust schon ein ewiges Leben im Geiste ihrer großen Liebe und allergrößten Demut atmen, und wie es der Henoch, Jared, Lamech, Seth, Mathusalah, Enos, Kenan, Mahalaleel, Abedam der bekannte, Sethlahem, Kisehel und seine Brüder, Jura, Bhusin, Ohorion, Zuriel, Uranion, Gabiel und seine Brüder Lamel und Hored, und mit ihnen auch ihre Weiber und Kindlein und Kinder atmen, also auch sollen alle atmen im Geiste der Liebe zu Mir und aller Wahrheit aus ihr ein ewiges Leben!
   02] Denn wahrlich, Ich sage euch allen: Da ist keiner, der da nicht wäre berufen von Mir! Aber doch sage Ich euch allen wieder: Es wird von all den Berufenen fürder keiner eher zu Meiner Brust gelangen, als bis er von selbst kommen wird in aller Liebe und Demut und wird dann im Herzen vor Mir bekennen, daß Ich sein Vater bin!
   03] Wahrlich, Ich sage zu euch allen: Wer durch das Herz Mich nicht als Vater bekennen wird - und zwar als den alleinigen, wahren Vater -, der wird nicht gelangen zu Meiner Brust!
   04] Wenn ihr aber ruft: ,Abba, da ruft es im Herzen, in der Demut, in der Liebe und aller Wahrheit aus ihr; so werde Ich euch erhören!
   05] Wer von euch Kindern aber immerdar rufen wird: ,Herr, Herr, Gott aller Gerechtigkeit, Gott der Gnade, Gott der Liebe und aller Erbarmung!' den werde Ich zwar nicht verwerfen und ihm lassen das Leben, - aber es wird sehr schwer halten, ob er je gelangen wird hierher an den Ort des allerseligst freiesten Lebens.
   06] Denn Gott läßt Sich nicht umfassen, und der Herr aller Gerechtigkeit kann zufolge Seiner endlosen offenen Heiligkeit eine solche Annäherung nimmer zugeben, sondern allein der Vater, der alles in Seiner endlosen Liebe zu Seinen Kindern in Sich birgt, damit sie alle sich Ihm also vollkommen und im Geiste noch unaussprechlich inniger, als ihr es hier sehet, nähern könnten und nähern sollten, um daselbst an Seiner Vaterbrust ewig zu genießen alles, was nur immer des Vaters ist.
   07] Solches also merket euch für alle Zeiten der Zeiten, daß nur allein der Vater das Leben hat und das Leben gibt; und der Vater allein ist das ewige Leben in Gott.
   08] Gott Selbst ist nicht das Leben; sondern Er ist nur das Licht des Vaters, wie der Vater allein das Leben in Seinem Lichte. Der Herr hat auch kein Leben; sondern das Leben ist allein des Vaters, - denn der Herr ist nur des Vaters unendliche Macht, die Ihm allein ewig zu eigen ist!
   09] Wer alsonach sich nicht an den Vater wendet vollkommen, wahrlich, der wird auch nicht zum Vater kommen; wer aber nicht zum Vater kommen wird, der wird wenig des Lebens in sich empfinden! Denn es ist zwischen Leben und Leben ein endloser Unterschied!
   10] Auch der Stein lebt, darum (weil) er da ist; denn Dasein und Leben ist eins und dasselbe, - darum alles gegebene Leben ist ein immerwährender Kampf zweier Gewalten, davon die eine strebt der Vernichtung, die andere aber dem Bestehen entgegen, davon aber keine irgend anders je kann den erwünschten Stand der Ruhe finden denn allein in Mir, dem Vater.
   11] Und also lebt auch der Stein; aber welch ein für euch undenkbarer Unterschied ist da zwischen dem Steinleben und dem Leben nur einer Milbe, - und welch einer dann erst im Vergleiche mit dem Leben eines liebevollkommensten, allerseligsten, freiesten Engelsgeistes!
   12] Daher werden zwar alle ein Leben haben auch in Gott und im Herrn; aber das alleinig wahre, sich selbst vollkommenst frei bewußte Leben ist nur im Vater, dem gegenüber alles andere Leben ein barer Tod ist!
   13] Dies merket euch alle wohl, und kehret euch darum an den Vater, so ihr wahrhaft leben wollt!
   14] Ihr alle seid berufen zu diesem Meinem Leben; und so kommet auch alle her, und nehmt es von Mir, und laßt euch erwählen von Mir, damit es dereinst nicht etwa heißen solle: ,Von den Berufenen sind nur wenige erwählt worden!'
   15] Dies faßt alle tiefst in euren noch sehr kalten Herzen! Amen.«


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